„Kanzleramt“

Politik ist schon längst nicht mehr das trockene Genre, als das es in manchen Situationen noch daherzukommen scheint. Nicht erst seit dem schrillen Aufstieg von Akteuren wie Joseph Fischer auf die politische Bühne ist die hehre Politik längst zur Unterhaltung geworden. Kabale und Liebe, Skandale und allerlei Tragödien der Politik füllen längst die Illustrierten – und dennoch meint das ZDF, sich mit seiner neuen Unterhaltungsserie „Kanzleramt“ etwas ganz Besonderes vorgenommen zu haben. Politik als Unterhaltung zu gestalten, heißt die Devise und gilt für die ZDF-Verantwortlichen als die eigentliche Herausforderung. Also wird ab dem 23. März jeweils mittwochs zur besten Sendezeit (20.15 Uhr) gezeigt, wie in der Schaltzentrale der Macht schauspielerisch Politik gemacht wird. „Unser Kanzler ist Fiktion“ Die Mainzer haben keine Kosten gescheut, anspruchsvolle Schauspieler und einen Politikberater engagiert sowie für 700.000 Euro ein in Teilen original nachgestelltes TV-Kanzleramt in einer alten Berliner Fabrikhalle aufgebaut. Man darf also gespannt sein, was da im „Fernseh“-Zentrum der Macht so alles geschieht. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut zeigt sich jedenfalls zuversichtlich: „Wir vergleichen nicht Politikstile, unser Kanzler ist Fiktion. Aber Politiker werden sich vielleicht unterhalten, denn es wirkt schon geradezu unheimlich echt.“ Doch keine Angst, eine Satire soll die Serie letztendlich nicht sein. Die Frage ist nur, ob TV-Kanzler Andreas Weyer (alias Tatort-Kommissar Klaus J. Behrendt) derart Quote macht, um im Jahr 2006 den echten Chefsessel zu übernehmen.

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