Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Ali Baba

In den Medien der Staaten, die den Irak besetzt haben, wächst der Unmut über die Misere im Nahen Osten. Die Polen verarbeiten die Geschehnisse mittels einer Doku-Seifenoper über die 2.500 Soldaten, die sie ins Land geschickt haben. Der polnischen Öffentlichkeit wird in „Camp Babylon“ suggeriert, die polnischen Soldaten seien zu Aufbauarbeiten abkommandiert. In dem Lied zur Serie heißt es: „Schlangen, Spinnen und Skorpione – Ali Baba um die Ecke.“ Trotz der Parodie sind nur noch 22 Prozent der Polen für den Irak-Einsatz. Die New York Times übt sich dagegen in Selbstkritik. Geknickt räumte das Blatt ein, Informationen aus dem Umkreis des Achmed Chalabi übernommen zu haben. Der ist beim Pentagon inzwischen in Ungnade gefallen. Seine tausend und eine Massenvernichtungswaffe haben sich als Hirngespinste US-höriger Geschäftemacher erwiesen. Im Weißen Haus knallen die Champagnerkorken, weil sich die Bush-kritische NYT selbst geißelt. Dagegen fragt Pat Buchanan in einer Kolumne vom 19. Mai, was die USA der Welt zu bieten haben. Der Kolumnist verschärft seine Attacken auf George Bush und dessen neokonservatives Umfeld. Er wirft den Kriegstreibern in Washington vor, die „Werte von MTV-Amerika“ in der muslimischen Welt installieren zu wollen. Im Kampf gegen Abtreibung, Emanzipation, Hollywood und Hillary steht er auf der Seite des Islam. Der Feind stehe im eigenen Land, sagt er weiter. Angesichts einer von der Fahne gehenden christlichen Rechten könnte im Weißen Haus der Champagner ganz schnell schal werden.

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