Columbia

Im Jahre 1969 verfolgte beinahe die gesamte Menschheit gebannt die erste Mondlandung. Nur wenige Jahre später kümmerte sich kaum mehr jemand um die Raumfahrt, sie war in den Medien inflationär zum Alltag geworden, der Kinofilm „Apollo 13“ beschrieb dieses öffentliche Desinteresse sehr anschaulich. Erst als die NASA mit dem Space Shuttle einen neuen „Fernsehstar“ präsentierte, beschäftigte man sich wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, mit der eigentlich höchst faszinierenden Thematik der Raumforschung. Doch auch diese Aufmerksamkeit war eher von kurzer Dauer, so daß es mit dem Absturz der Challenger einer echten Tragödie bedurfte, um wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Und wieder entbrannten nach anfänglicher Bestürzung die Debatten über Nutzen und Kosten der Erforschung des Kosmos. Nach einigen Jahren Zwangspause, in denen durch die Fehlersuche und Weiterentwicklung keine Flüge stattfanden, nahmen die ersten wiederverwendbaren Raumschiffe erneut ihre Arbeit auf, inzwischen jedoch gänzlich zum „Füllmaterial“ von Nachrichtensendungen degradiert. Wäre nicht dieser Tage die Columbia abgestürzt, hätte sich dieser Trend fortgesetzt, wobei ich mich nicht ausnehme. Neu ist diesmal, daß jetzt pietätlose und gierige Menschen Wrackteile zum Verkauf bei ebay einstellen, was das Online-Auktionshaus jedoch schleunigst unterbunden hat. Als Zehnjähriger hatte ich noch regelrecht Raumfahrt „studiert“, besonders um 1982 herum, als die Columbia ihren Jungfernflug hatte. Deshalb macht mich diese Katastrophe ganz besonders betroffen. EROL STERN

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