„Duell der Tiger“: Die Tier-Doku lief in der ARD, während in Paris die Notre-Dame brannte Foto: ARD-Mediathek
Tier-Doku statt „Brennpunkt“

ARD verteidigt Berichterstattung zu Notre-Dame-Brand

HAMBURG. Die ARD hat sich dafür gerechtfertigt, am Montag abend keine Sondersendung zum Brand der Notre-Dame in Paris gezeigt zu haben, sondern statt dessen wie geplant eine Tier-Doku ausstrahlte. Ein „Brennpunkt“ wäre zwar wünschenswert, zu dem Zeitpunkt aber logistisch nicht zu bewerkstelligen gewesen, zitiert die Welt ARD-Chefredakteur Rainald Becker.

Erste Meldungen und Berichte über das Feuer in der Notre-Dame waren allerdings bereits um 19 Uhr verbreitet worden. Zahlreiche private sowie ausländische staatliche Sender berichteten in der Folge live von den Geschehnissen in Paris.

Der frühere Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, äußerte daher auch wenig Verständnis auf Twitter für die Entscheidung seines ehemaligen Senders. Er könne es nicht nachvollziehen, daß es keinen „Brennpunkt“ gebe, wenn eines der Symbole Frankreichs in Flammen stehe.

Mit Unverständnis reagierte auch die frühere Fernsehchefredakteurin beim WDR, Sonia Seymour Mikich. Auf Twitter fragte sie: „Warum muß ich so lange bei CNN oder BBC einschalten?“

ARD-Chefredakteur Becker wiederum wies die Kritik zurück. Er rate zu etwas mehr Sachlichkeit, schrieb er auf dem Kurzmitteilungsdienst. Das Erste sei kein „24h Nachrichtenkanal“ und mache auch kein „Gaffer TV“. Man arbeite an „fundierter Berichterstattung“, die in Kürze folge.

Für seine recht barsche Antwort erntete Becker dann Spott und Häme in den sozialen Netzwerken. „Gaffer-Berichterstattung machen wir nicht. Also bei Terror, Wetter, Sport, Royale Hochzeiten, Beerdigungen ja, aber sonst nie“; schrieb ein Nutzer auf Twitter. Und einer anderer fragte: „Aber wenn im Winter Schnee fällt, ist es einen Brennpunkt wert, gelle?“ (krk)

„Duell der Tiger“: Die Tier-Doku lief in der ARD, während in Paris die Notre-Dame brannte Foto: ARD-Mediathek

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