„Intersport“-Filiale
„Intersport“-Filiale Voswinkel: „Ich bin kein Corona-Leugner und kein Querdenker“ Foto: picture alliance/dpa | Bernd Thissen
Wollte trotz „Lockdown“ aufsperren

Applaus von Rechts: Sporthändler macht Filialen doch nicht auf

MÜNCHEN. Ein bayerischer Unternehmer ist von seinem Vorhaben abgerückt, seine „Intersport“-Filialen trotz des „Lockdowns“ zu öffnen, weil er Applaus von Rechts erhalten hatte. Er müsse einen „gewaltigen Rückwärtsgang“ einlegen, sagte Udo Siebzehnrübl dem Oberbayerischen Volksblatt. Der Besitzer von fünf „Intersport“-Filialen in München, Passau, Rosenheim und Altötting hatte ursprünglich vor, am kommenden Montag seine Läden zu öffnen.

Allerdings habe er mit seinem Vorhaben „mehrere Menschen aus der rechten Szene“ angelockt. Einige seiner Kunden hätten zudem bereits vermutet, er gehöre der rechten Szene an, erklärte Siebezehnrübl seine Kehrtwende. Es sei sehr schade, da er so viel Energie aufgewendet habe, seine Läden wieder zu öffnen.

„Ich habe es satt, weiterhin als Sündenbock der Corona-Pandemie herzuhalten“

„Ich bin kein Corona-Leugner und kein Querdenker“, verdeutlichte er. Mit der Öffnung seiner Läden mit rund 100 Mitarbeitern habe er lediglich den drohenden „Millionenverlust“ verhindern wollen. „Ich habe das Lager voller Winterware und habe vom Staat seit März gerade einmal 15.000 Euro Hilfe bekommen.“

Vor wenigen Tagen hatte der Sportartikelhändler angekündigt, seine Läden trotz des voraussichtlich verlängerten „Lockdowns“ zu öffnen. „Ich habe es satt, weiterhin als Sündenbock der Corona-Pandemie herzuhalten“, hatte er am Wochenende dem Blatt gesagt. Er habe bereits mit Kollegen aus der Sportbranche gesprochen und sie darum gebeten, seine Aktion zu unterstützen und ebenfalls ihre Geschäfte zu öffnen. Der Zuspruch sei groß. „Wenn 5.000 Händler aufsperren, kann ich mir nicht vorstellen, daß alle bestraft werden.“ (ls)

„Intersport“-Filiale Voswinkel: „Ich bin kein Corona-Leugner und kein Querdenker“ Foto: picture alliance/dpa | Bernd Thissen

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