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Zwei Legofiguren vor einem Sonnenuntergang Foto: Pixabay

Weltgesundheitsorganisation
 

WHO: Transgender ist keine psychische Störung mehr

GENF. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Klassifikation von Transgender-Personen als psychisch krank aufheben. Transsexualität solle im neuen Klassifikationssystem für Krankheiten und Behandlungen, das 2022 in Kraft treten soll, unter dem Überbegriff „sexueller Gesundheitszustand“ als „Geschlechtsinkongruenz“ bezeichnet werden, teilte die WHO mit.

Bislang war es als psychische Verhaltens- und Entwicklungsstörung kategorisiert worden. Das neu geschaffene Kapitel des Klassifikationssystem solle einer Stigmatisierung entgegen wirken, sagte WHO-Koordinatorin für reproduktive Gesundheit, Layle Say.

Transgendernetzwerk begrüßt die Entscheidung

Die WHO definiere „Geschlechtsinkongruenz“ als eine anhaltende und deutliche mangelnde Übereinstimmung zwischen dem beobachteten Geschlecht und dem von der Person sich selbst zugeschriebenen sozialen Geschlecht.

Das Transgender-Netzwerk Schweiz nannte die Entscheidung der WHO einen Meilenstein. Dies sei das „Resultat der enormen Bemühungen von trans und gender diversen Aktivisten auf der ganzen Welt, die auf ihrer Menschlichkeit bestehen“, teilte der Geschäftsführer von Transgender Europe, Julia Ehrt, auf Twitter mit.

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Videospielsucht wird als Krankheit anerkannt

Die WHO überarbeitet seit 2007 das derzeit gültige System der Klassifikation von Krankheiten und Gesundheitsproblemen ICD-10. Die elfte Revision soll 2019 der Weltgesundheitsversammlung vorgestellt werden. Say rechnet mit einer Zustimmung. Das System wird in vielen Ländern weltweit angewendet und gilt auch in Deutschland.

In das ICD-11 soll auch Videospielsucht als Krankheit aufgenommen werden. Die WHO erweitere ihren Katalog zudem um ein Kapitel zu traditioneller Medizin. (mp)

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