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Versöhnung nach 500 Jahren

Jahrzehntelang haben Linkskatholiken gefordert, der Papst müsse auf die Christen anderer Konfessionen zugehen und sich stärker für die Einheit im Glauben einsetzen. Papst Benedikt XVI. tut dies mehr als alle seine Vorgänger, und dennoch ist es den Progressiven nicht recht. Denn Benedikts Versöhnungsangebote richten sich an die Konservativen. Nach dem großzügigen Angebot an die Priesterbruderschaft Pius X., mit der am Montag dieser Woche in Rom die theologischen Gespräche begonnen haben, unterbreitet der Papst nun den Anglikanern ein ähnliches Angebot.

Seit König Heinrich VIII. von England sich im Jahr 1534 von Rom lossagte, gibt es die englische Staatskirche, die sich durch den Commonwealth dann weltweit ausbreitete. Die Weihen der Anglikaner werden von katholischer Seite nicht anerkannt, da keine apostolische Sukzession, also eine ununterbrochene Handauflegung seit den Aposteln, nachgewiesen werden kann. Inhaltlich gab es besonders hinsichtlich Sakramentenordnung und Amtsverständnis schon seit der Oxford-Bewegung im 19. Jahrhundert wieder eine Annäherung an die römisch-katholische Kirche.

Das Zugehen Roms auf die Anglikaner vor allem seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) ließ Hoffnungen erwachen, die aber sehr bald schon in den siebziger Jahren durch die Einführung der Frauenordination in der anglikanischen Kirche zunichte gemacht wurden. Doch damit begann bei den Anglikanern ein Spaltungsprozeß, der sich bis heute fortsetzt. Konservative Priester und Laien traten schon damals in großer Zahl in die katholische Kirche über.

Im Sommer 2008 kam es bei der Lambeth-Konferenz zum großen Eklat. 230 konservative anglikanische Bischöfe blieben der internationalen Zusammenkunft fern, bei der man beschloß, auch Frauen zu Bischöfen zu weihen sowie Homosexuelle zur Ehe wie auch zum Weiheamt zuzulassen.

Jetzt will Benedikt XVI. eine Personalprälatur errichten für jene Anglikaner, die sich ganz Rom anschließen möchten. Für etwa 10.000 Gläubige soll damit die volle Einheit mit Rom Wirklichkeit werden. Die Priester, die konvertieren, dürfen verheiratet bleiben und empfangen gültig das Weihesakrament. Mit dieser schon zuvor in Einzelfällen bei Konvertiten geübten Praxis wendet sich Rom nicht generell vom Priesterzölibat ab, sondern betont, daß diese rein disziplinarische Regelung dem Ziel der vollen Glaubensgemeinschaft untergeordnet ist.

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