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Versöhnung über den Gräbern

Herausgegeben vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., erscheint Stimme & Weg (Untertitel: „Arbeit für den Frieden“) im 84. Jahrgang viermal jährlich als Mitteilungsblatt mit einem Umfang von etwa dreißig Seiten. In seinem Vorwort zur aktuellen Ausgabe (4/2008) schreibt Redakteur Maurice Bonkat, daß der Volksbund sich als eine „Art Bürgerinitiative“ verstehe; er lebe vom „einzigartigen Engagement seiner Mitglieder, Freunde und Förderer“. So präsentiert auch dieses Heft das ehrenamtliche Wirken und die Einsätze junger Menschen aus vielen Ländern Europas auf den Kriegsgräberstätten, in den Workcamps der Bundeswehr, bei den Einbettungsfeierlichkeiten für deutsche Soldaten neun Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg in Langemark, beim Jahrestag der U-Boot-Gedenkstätte in Kiel-Möltenort und vielen anderen wichtigen Initiativen. „Versöhnung über den Gräbern“ — so lautet das Motto des Volksbundes. Doch oft wartet zunächst ein Haufen Arbeit auf die freiwilligen Helfer, etwa auf dem Soldatenfriedhof in Visny Mirosov in der Slowakischen Republik. Die Helfer vom Lufttransportgeschwader 63 sowie des Aufklärungsgeschwaders 51 tragen Uniformen der Bundeswehr und restaurieren schon seit Jahren Kriegsgräberstätten. Obwohl noch viel zu tun ist, wird ihr Einsatz hier allerdings bald beendet sein. Gemeinsam mit den slowakischen Helfern werden sie dann den renovierten Soldatenfriedhof, auf dem noch vor ein paar Jahren das Unkraut meterhoch wucherte und die schiefen, zerfallenen Metallkreuze fast nicht mehr zu sehen waren, der Öffentlichkeit übergeben. Ein slowakischer Helikopter wird über der restaurierten Kriegsgräberstätte kreisen. Die deutschen Soldaten und Reservisten werden wieder abziehen, doch das Symbol der Völkerverständigung und die Freundschaften, die hier geschlossen wurden, werden bleiben. 500.000 Soldaten sind zwischen 1914 und 1918 in Westflandern gefallen: Deutsche, Briten, Belgier, Franzosen, Australier und Kanadier. Die Bergungstrupps der Armeen konnten damals in dieser geschundenen Landschaft längst nicht alle ihre toten Kameraden bergen. So erging es auch den acht unbekannten deutschen Soldaten, die allein an ihren Uniformen als Angehörige des Heeres identifiziert wurden. Auch nach neunzig Jahren stoßen Bauarbeiter und Archäologen hier immer wieder auf Gebeine von Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg, die in ungeweihter Erde ruhen. Neun Jahrzehnte nach ihrem Tod erhielten acht deutsche Soldaten Ende Juli 2008 nun endlich ihre letzte Ruhestätte. Soldaten der belgischen Armee und der Bundeswehr legten gemeinsam mit Jugendlichen des Volksbund-Workcamps in Ypern Kränze nieder und nahmen Abschied von den unbekannten Soldaten. Wie jeden Abend seit 1928 erinnerte am Menen-Tor der auf der Trompete geblasene traditionelle Abschiedsgruß „The Last Post“ an die Gefallenen. Nicht weniger berührend liest sich ein Bericht zum 70. Jahrestag des U-Boot-Denkmals Möltenort. 35.000 Namen von gefallenen U-Boot-Fahrern sind auf diesem Friedhof ohne Gräber verzeichnet. Anschrift: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bundesgeschäftsstelle,  Werner-Hilpert-Str. 2, 34112 Kassel, Telefon: 0180 / 570 09 99, Internet: www.volksbund.de

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