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Das morgenländische Abendland

In der Bundesrepublik Deutschland, laut Politsprech der „freiesten Staat der deutschen Geschichte“, findet eine offene Debatte über das zentrale politische Thema nicht statt: die Zukunft des deutschen Volkes in der Mitte Europas im 21. Jahrhundert. Wer die unabweisbaren Fakten, die demographische Krise Europas und den Ansturm des „externen Proletariats“ (A. Toynbee) benennt, riskiert politischen Selbstmord, es sei denn, er genießt Sonderstatus wie Ralph Giordano oder Narrenfreiheit wie Henryk Broder. Die mildeste Strafe für Verstöße ist der Ausschluß aus dem herrschenden Diskurs mit Etikettierungen wie „völkisch“ (das Korrelat zum „Tätervolk“), „rechtspopulistisch“ oder schlicht „rechts“. Für härtere Maßnahmen ist die „Antifa“ zuständig. Wer gar mit Kritik an Genese, Geschichte und Doktrin des Islam gewisse Empfindsamkeiten verletzt, riskiert Schlimmeres. Ein Autor, der mit dem Buch „2034 — Der Abschied vom Abendland“ das Land aufrütteln möchte, ehe es zu spät ist, tut darum gut daran, sich der Samisdat-Technik aus spätsowjetischen Zeiten zu bedienen. Das Buch erscheint im Selbstverlag, der Verfasser stellt sich so vor: „Max Eichenhain ist ein Pseudonym. Die sorgfältig recherchierten und belegten Fakten könnten nicht nur Islamisten provozieren.“ Der Titel trifft den Kern der Sache. Der Begriff „christliches Abendland“, einst wiederentdeckt im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und den Goebbelsschen Mißbrauch des „Abendlandes“, sodann konservative westdeutsche Reizvokabel im Kalten Krieg, ist längst nicht nur bei der Linken verpönt. Inzwischen ist Deutschland für die „christliche Volkspartei“ CDU zu einem „Integrationsland“ geworden, namentlich für evident nicht integrierbare „Zuwanderer“ aus dem Morgenland. Über die absehbaren Konsequenzen, eine von ethnisch-kulturellen und ethnisch-sozialen Konflikten zerrissene Gesellschaft, setzen sich die „Eliten“ hinweg. Nur spektakuläre Fälle wie die nicht abreißenden Ehrenmorde sowie die Festsetzung der terrorverdächtigen „Sauerlandgruppe“ (ein „Zuwanderer“, zwei Konvertiten) kommen in die Schlagzeilen. Wo ist zu erfahren, daß es anno 2007 bereits in fünfzehn westdeutschen Städten Moscheen mit Namen Fatih Camii gab, benannt nach Mehmet II. Fatih, dem Eroberer Konstantinopels (1453)? Was sagt jenen, die von platonischer, christlich-orthodoxer Weisheit nichts wissen und Hagia Sophia für einen exotischen Doppelnamen halten, der Begriff Hayasofya? Drei Moscheen dieses Namens gibt es bereits, die an die zur Hauptmoschee umgewidmete Kathedrale der orthodoxen Christenheit in Konstantinopel erinnern. Der Chef von Milli Görüs in Köln macht kein Hehl aus seinen frommen Absichten: „Dieses Land ist unser Land. Mit Hilfe Allahs werden wir es zu unserem Paradies auf Erden machen, um es der islamischen Gemeinschaft und der Menschheit insgesamt zur Verfügung zu stellen.“ In den 1970er Jahren reagierte Bundeskanzler Helmut Schmidt noch vehement ablehnend auf die Ankündigung des Ministerpräsidenten Süleyman Demirel, die Türkei werde der Europäischen Gemeinschaft beitreten, um ihr Bevölkerungsproblem nach Europa zu exportieren, allein zehn Millionen Anatolier nach Deutschland. Altkanzler Schmidt hält bis heute an der Ablehnung eines türkischen EU-Beitritts fest. Daß im Dezember 1999 auf einer Konferenz in Helsinki Ministerpräsident Bülent Ecevit wegen des Streits um Zypern den Antrag auf EU-Beitritt ablehnte und abreiste und daß daraufhin EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) zusammen mit dem ehemaligen Nato-Generalsekretär Javier Solana nach Ankara flog, um den „Linksnationalisten“ Ecevit umzustimmen, gehört zu den nie erwähnten Fakten. Inzwischen äußern sich vorbildlich integrierte Führungspersönlichkeiten des Einwanderungslandes offen über dessen Zukunft. Der SPD-Europaabgeordnete Vural Öger, Träger des Bundesverdienstkreuzes, tat offen kund, um 2100 werde es in Deutschland 35 Millionen Türken und nur noch zwanzig Millionen Deutsche geben. „Das, was Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden, gebärfreudigen Frauen verwirklichen.“ Hinterher wollte er die Sache als Witz verstanden wissen (JF 24/04). Derlei Fakten sind dem Buch zu entnehmen. Es will warnen vor der düsteren Zukunft des Landes, das als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation zweimal den Ansturm auf das christliche Abendland abwehrte. Ob die Konstruktion des Buches — eine Mischung aus Krimi, Sachbuch, politischer Polemik und Programmschrift — dem Thema dienlich ist, steht dahin. Immerhin taugt die in Köln angesiedelte Geschichte — eine Freundesgruppe deckt ein mit Morden garniertes Komplott auf — allemal als Vorlage für einen TV-Krimi. Falls sie es nicht totschweigen, werden ungnädige Kritiker die Schwachstellen des Buches herauspicken: holzschnitt-artige Figuren, Sprachklischees („‘Sehr gut!’, entfährt es Teresa“), Faktenfehler (es gab kein „Griechisches Reich“, das an Bevölkerungsschwund hätte untergehen können), die ständige Polemik gegen „die „Linken“, die „Sozialisten“, die „Frankfurter Schule“. Ein Widerspruch ist dem am Liberalismus der Freiburger Schule — als Sprachrohr tritt der Hayek-Schüler Roland Baader auf — orientierten Autor vorzuhalten: Man kann nicht den in Antike, Christentum und Aufklärung verwurzelten freiheitlichen Individualismus als Errungenschaft des Abendlandes gegen den „Kollektivismus“ hochhalten und zugleich den zeitgenössischen Individualismus für die Auflösung der Familie, den Niedergang des Christentums und den aus Egoismus geborenen Geburtenschwund verantwortlichen machen. Dennoch: Das Buch bietet reichlich Informationen, abgesichert durch 178 Fußnoten aus seriösen Quellen wie den Werken Stefan Lufts oder Herwig Birgs zu den faits sociaux des vor dem Einwanderungsdruck kapitulierenden Landes. Ein Namensregister zur schnellen Identifikation der Zitate wäre nützlich gewesen. Losgelöst von aller libertärer Theorie sind manche vom Autor favorisierten Konzepte zum Gegensteuern (streng reglementierte Einwanderung, Steuervergünstigungen statt Kindergeld, neunzig Prozent Lohnfortzahlung für Mütter in den ersten drei Baby-Jahren, Rentenanspruch aus Erziehungsjahren, rückzahlbare Stipendien für alle, Volksabstimmungen) diskussionswürdig. Leider wird derlei, nicht zuletzt das demokratische Prinzip des Grundgesetzartikels 20 von der politischen Klasse als „Populismus“ abgetan. Grundgesetz und Amtseid verpflichten deutsche Politiker und Amtsträger, „Schaden vom deutschen Volk zu wenden“. Ob sich die „Eliten“ von den Warnungen eines christlich-aufgeklärten Verteidigers des Abendlandes beeindrucken lassen? Eher ist der heuchlerische Vorwurf zu erwarten, dem Anonymus mangele es an „Zivilcourage“.  Inzwischen schreitet die Orientalisierung unserer Städte voran. Schon „fordern“ Sozialdemokraten, darunter der sonst besonnene Berliner Innensenator Ehrhart Körting, über das 1999 revidierte Staatsbürgerschaftsgesetz hinausgehend, die doppelte Staatsbürgerschaft anstatt der Verpflichtung zur Option. Die Forderung entspringt den Mechanismen der etablierten Politik: Parteien und Verbände dürfen fordern, die mündigen Bürger haben den Mund zu halten. Max Eichenhain: 2034. Der Abschied vom Abendland. Selbstverlag (MaxEichenhain@gmx.de), Frankfurt 2007, broschiert, 322 Seiten, 9,80 Euro Foto: Minarette über Alpenpanorama: Mit Hilfe Allahs wird dieses Land zu unserem Paradies auf Erden

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