50 Millionen Gründe

Ein „weiteres Ansteigen des Welt-Defizits“ könne der Verlag nicht mehr verantworten, schrieb Springer-Chef Mathias Döpfner 2003 vor dem Hintergrund des drohenden Zusammenschlusses von Tagesspiegel und Berliner Zeitung an den damaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Sollte Clement per Ministererlaubnis die Fusion genehmigen, müßte Springer „zwingend“ die Welt einstellen, so Döpfner. Dazu kam es bekanntlich nicht. Wie überhaupt seit gefühlten zwanzig Jahren immer wieder mal über die Einstellung der hochdefizitären Welt – von derzeit geschätzten 50 Millionen Euro ist die Rede – geschrieben, diskutiert, räsoniert und spekuliert wird. So auch jetzt. Im medium magazin, einer Fachzeitschrift für Journalisten, schreibt der Autor Oliver Gehrs, die Welt könnte „schon im Sommer in der klassischen Form eingestellt werden und in einer Art erweiterten Welt-Kompakt aufgehen“. Die seit Mai 2004 im sogenannten Tabloid-Format erscheinende Welt-Kompakt sei im Gegensatz zum Mutterblatt erfolgreich. Deswegen dürften Springer-Manager überlegen, beide Zeitungen zu einem „hochwertigen“ Tabloid-Titel zu vereinen. Daß die Welt in ihrer bisherigen Form noch bis Ende 2006 erscheint, will man jedenfalls bei Springer, so Gehrs, „lieber nicht versichern“.

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