Wegweisung aus Rom

Römisch-katholische Politiker sollen nach dem Willen des Papstes gegen die „Homo-Ehe“ stimmen. In einer am 31. Juli veröffentlichten Stellungnahme der Vatikanischen Glaubenskongregation unter dem Vorsitz des deutschen Kardinals Joseph Ratzinger zur „Gesetzlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften“ heißt es, daß katholische Abgeordnete nicht an Gesetzen mitwirken sollten, die eine Anerkennung homosexueller Partnerschaften förderten und sie mit der Ehe zwischen Mann und Frau gleichsetzten. „Seine Stimme für ein dem Gemeinwohl so schädliches Gesetz zu geben, ist ein schwer unmoralischer Akt.“ Wo bereits entsprechende Gesetze bestehen, sollten die katholischen Parlamentarier versuchen, deren Auswirkungen zu vermindern. Aus Sicht der katholischen Kirche könne es eine Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts geben, die „durch die Weitergabe des Lebens den Fortbestand der Menschheit gewährleisten“, erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann. „Homosexuelle Handlungen verstoßen gegen das natürliche Sittengesetz.“ Allerdings dürfe die ablehnende Beurteilung gleichgeschlechtlicher Neigungen und Praktiken nicht mit einer Verurteilung von Homosexuellen einhergehen. Die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) hält die rechtliche Besserstellung „auf Verläßlichkeit“ angelegter homosexueller Partnerschaften weiterhin für „ethisch geboten“, so Pressesprecher Christof Vetter gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Bei der Forderung nach einem besseren Schutz der Familie seien EKD und römisch-katholische Kirche völlig einer Meinung. Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen sowie von Lesben- und Schulenverbänden äußerten heftige Kritik am Wort des Vatikans. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann dankte für die „klare Wegweisung aus Rom“. (idea) Siehe auch den Kommentar auf Seite 2

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