„Konservative Positionen“

In dem Streit um die für nächstes Jahr geplante Kunstausstellung zur terroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) hat sich jetzt der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum zu Wort gemeldet. Mit scharfen Worten kritisierte der Altliberale die kategorisch ablehnende Haltung von FDP-Chef Guido Westerwelle zu der in Berlin konzipierten Ausstellung „Mythos RAF“. Dem Reutlinger General-Anzeiger sagte Baum, der bei der Schleyer-Entführung 1977 als Parlamentarischer Staatsekretär im Innenministerium dem Krisenstab der Bundesregierung angehörte: „Westerwelle befindet sich nicht mehr auf der Grundlinie des Liberalismus. Er hat die Positionen unserer konservativen Gegner übernommen.“ Aus zahlreichen Gesprächen, die er über Jahre hinweg mit Hinterbliebenen der Terror-Opfer, aber auch mit inhaftierten Gewalttätern geführt habe, habe er den Schluß gezogen, daß die RAF-Schau notwendig sei: „Diese wichtige Epoche der Nachkriegszeit muß aufgearbeitet werden“, betonte Baum. Westerwelle ist strikt gegen die Ausstellung, mit der nach seiner Ansicht eine „Romantisierung des Terrors“ droht.

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