Die Rückkehr des Michel F.

Nur vier Monate nach der Kokain- und Sexaffäre kehrt der frühere Fernsehmoderator und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, wieder in die Medienwelt zurück: In der Monatszeitschrift Max bekommt er künftig eine regelmäßige Kolumne unter dem Titel „Friedman hat das letzte Wort“, teilte der Verlag Milchstrasse vergangenen Freitag in Hamburg mit. Anfang Juli hatte Friedman einen Strafbefehl über 150 Tagessätze à 116 Euro wegen Kokainbesitzes akzeptiert; damit gilt er als vorbestraft. Erst nach wochenlangem Schweigen hatte er sein Amt als Vizechef des Zentralrats der Juden in Deutschland niedergelegt und auf seinen Job als Fernsehmoderator beim Hessischen Rundfunk verzichtet. Bereits in den vergangenen Tagen trat Friedman wiederholt im Fernsehen auf. So war er am Sonntag zu Gast in der ARD-Talkshow „Sabine Christiansen“ zum Thema „Politik in der Krise“. Einen Tag später wurde er in der ntv-Talkshow „Grüner Salon“ unter anderem zur „Gefahr von rechts“ und dem Holocaust-Mahnmal befragt. Die Rückkehr Friedmans auf den Bildschirm scheint indes nicht bei allen Zuschauern gut anzukommen. Viele Anrufer bei der ARD hätten sich „irritiert“ gezeigt und ihr „Unverständnis“ geäußert, warum Friedman überhaupt zu Christiansen eingeladen worden sei. Das bestätigte eine Sprecherin der ARD-Zuschauerredaktion in München. Kritik übte auch die hessische CDU-Lehrervereinigung. Angesichts der „massiven Verfehlungen“ hätte es vor einer TV-Rückkehr Friedmans „eine Schamfrist von ein bis zwei Jahren“ geben müssen, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlich Demokratischer Lehrer Hessen (ACDL), Karlheinz Welsch. Im „Grünen Salon“ wurde Friedman gefragt, ob er selbst sich während seiner Abwesenheit in der Öffentlichkeit vermißt habe. Antwort: „Nein“. Die Nachfrage, warum er dann zurückgekehrt sei, wurde ihm nicht gestellt. Dabei ist Friedman sicher nicht der einzige, der ihn nicht vermißt hat.

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