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Appell gegen den Krieg

Zweimonatlich wird die Zeitung Der Heimkehrer im 52. Jahrgang vom Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißtenangehörigen Deutschlands e.V. herausgegeben. Als „Stimme der Kriegsgeneration“ – so lautet ihr Untertitel – berichtet sie regelmäßig aus der Arbeit der Landesverbände, Lagergemeinschaften und Suchdienste. Daneben ist auch die Verbandsgeschichte ein wichtiges Thema, auf die der VdH zu Recht mit Stolz zurückblickt. Auf dem zurückliegenden 27. Verbandstag in Erfurt wurde daher noch einmal daran erinnert, daß über elf Millionen Deutsche im Frühsommer 1945 Gefangene der Alliierten waren, und daß durch das Potsdamer Abkommen vom 2. Juli 1945 Deutschland fast ein Viertel seines ehemaligen Territoriums verlor. Dies bedeutete unter anderem auch die Vertreibung von rund 15 Millionen Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, aus dem Sudetenland und aus deutschen Siedlungsgebieten in Mittel- und Osteuropa. Durch die Initiative des am 18. März 1950 gegründeten VdH wurde der 26. Oktober 1950 erstmals zum „Tag des deutschen Kriegsgefangenen“ erklärt. Die Diskussion um die Haltung der ehemaligen Deutschen Wehrmacht, einschließlich der kämpfenden Truppe der Waffen-SS im Kriegsgeschehen, wurde zu Beginn der fünfziger Jahre immer heftiger geführt. Kollektive Beschuldigungen und Beleidigungen behinderten eine sachliche Auseinandersetzung. Schließlich gaben sowohl Bundeskanzler Adenauer (CDU) als auch der Oppositionsführer Kurt Schumacher (SPD) am 2. Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag eine Ehrenerklärung für „alle Waffenträger unseres Volkes, die im Namen der hohen soldatischen Überlieferung zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft ehrenhaft gekämpft haben“ ab. „Der Heimkehrer“ wendet sich jedoch durchaus auch aktuellen Problemen zu. So werden die Leser beispielsweise über Einsätze der Bundeswehr im Ausland informiert, ein weiterer Themenkreis beschäftigt sich mit Fragen zur Renten- und den Kosten und Aufgaben der Pflegeversicherung und allgemeinen Auskünften über unser Versorgungssystem, welche die Generation der Heimkehrer und ihre Angehörigen naturgemäß interessieren. Für spannende Unterhaltung sorgen vor allem die „Episoden aus der Gefangenschaft“. Nicht zu kurz kommt aber auch der kulturelle Anteil. Über die Kunst auf Kriegsgräberstätten wird in dem Beitrag „Kann Kunst versöhnen und mahnen?“ mit den Betrachter betroffen machendem Bildmaterial aufmerksam gemacht. Die Gedenkstätten, Statuen und Plastiken weisen auf das Schicksal der Kriegsgefangenen, auf das Leid der endlosen Flüchtlingstrecks, auf die Eltern, die um ihren gefallenen Sohn trauern, und auf die Tragödie des Krieges hin. All diese Kunstwerke sind ebenso wie die namenlosen Soldaten, die in den großen Kriegsgräberstätten beerdigt sind, ein einmütiger und eindeutiger Appell gegen den Krieg und das durch ihn verursachte unfaßbare Leid. Werner Olles Anschrift: Verlag „Der Heimkehrer“. Konstantinstr. 17, 53179 Bonn. Der Einzelpreis beträgt 1,02 Euro.

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