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Sei kein Depp, Sepp!

Namen sind Schall und Rauch? Von wegen! Eben noch, am 19. März, feierten alle katholischen Josefs, die auf den Namen des Ziehvaters Jesu getauft wurden, ihren Namenstag. Und ausgerechnet jetzt und ausgerechnet in Niederbayern steht dieser Name nicht nur unter dem Zwang der Rechtfertigung, sonder auch unter dem Druck der Vertreibung.

Wir blicken ins niederbayerische Essenbach. Der Markt hat gut 11.000 Einwohner und ist augenscheinlich ein ganz normaler bayerischer Ort: 75,2 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 8,4 Prozent sind evangelisch-lutherisch. Der Ausländeranteil liegt bei lediglich 2,7 Prozent, wie das Bayerische Landesamt für Statistik im Mai 2011 feststellte.

Verstrahlte Entscheidung

Der Bürgermeister ist von der CSU. Im Marktgemeinderat hat seine Partei neun Sitze, die Freien Wähler haben sieben, Die SPD hat vier, die ÖDP drei Sitze, die FDP einen Sitz. Die Grünen sind nicht vertreten – ein ganz normaler niederbayerischer Ort also. Außergewöhnlich ist vielleicht, daß noch im Jahr 2007 auf dem Gebiet der Gemeinde drei Prozent des gesamten deutschen Stroms erzeugt wurden: Das Kernkraftwerk Isar machte es möglich.

Und doch: Trotz aller äußerlichen Normalität hat der Marktgemeinderat kürzlich eine etwas verstrahlte Entscheidung getroffen. Der örtliche Josefi-Verein hatte den Vorschlag eingebracht, den gemeindlichen Kinderhort „St. Josef“ zu benennen. Doch der Rat entschied sich mit 16:8 Stimmen dagegen. Die Begründung des Zweiten Bürgermeisters Essenbachs , Josef (!) Spierer, lautet: „Man wollte halt keinen Namen, der vielleicht die religiösen Gefühle anderer verletzt.“

„Das ist ein Kulturbruch!“

Wenn ein Josef den Namen Josef verhindert, könnte man sagen: selbst schuld! Besser wäre es jedoch, eingedenk des alten EAV-Liedes zu rufen: „Sepp, Sepp, sei kein Depp!“ Denn gerade die Entscheidung des Gemeinderats bewirkt, daß die religiösen Gefühle anderer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es handelt sich zwar „nur“ um christliche Gefühle, aber immerhin!

Josef Pfriemer, der Vorsitzende des örtlichen Josefi-Vereins, schäumte jedenfalls. Mit dem Ausruf „Das ist ein Kulturbruch!“ verließ er nach der Abstimmung die Sitzung. Besonders ärgerte ihn, daß die türkischstämmige Gemeinderätin Filiz Cetin (SPD), unterstützt von einem Lehrer, den Namen „Josef“ als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet hatte. Damit hatte sie den Gemeinderat überzeugt: „Sie ist vor fünf, sechs Jahren erst in die Gemeinde gezogen. Und gerade so jemand will uns dann sagen, was in Essenbach nicht mehr zeitgemäß ist?“

Religiöse Rücksicht

Wohin soll diese kulturfremde Religions- und Traditionsflucht führen? Folgerichtig müßte der Marktgemeinderat nun auch sein Wappen ändern. Es zeigt nämlich ein Kreuz. Rücksicht auf religiöse Gefühle bedeutet jedoch nicht, religiöse Symbole und Traditionen abzuschaffen.

Religiöse Rücksicht bedeutete zum Beispiel, daß man eine Fußball-Weltmeisterschaft nicht in der besinnlichen Adventszeit stattfinden läßt; daß man sie zudem nicht in ein islamistisches Land wie Katar legt, in dem die Scharia gilt und „das die Christenmorde des Nahen Ostens geistig und finanziell fördert wie kein anderes“, wie der Augsburger evangelische Regionalbischof Michael Grabow kritisierte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Sie zeigt jedoch, wie heutzutage oft mit zweierlei Maß gemessen wird – auf Kosten unserer Sprache und Kultur.

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