Joachim Kuhs

 

Munitionsverbot im Hause: der Grünen nächster toller Streich

Die sauertöpfischen Vorschriftenmacher und Polizisten der politischen Korrektheit, kurz: Die Grünen, haben nun, nach Fleischverzicht, Bierdosen-Strafgebühren, Atomkraftverbot, gefordertem Benzin-Motorrollerverbot ab 2020 (Saarbrücker Zeitung) und Forderungen, auch das Entenfüttern in Stadtparks aus Umweltgründen zu verbieten, einen neuen Lieblingsfeind erkoren, gegen den sie eine scharfe Patrone im Rohr haben. Die Waffe der gutmenschlichen Inhaber aller Weisheit ist nun auf Jäger, Sportschützen und Waffensammler gerichtet. Und dieser Schuß soll richtig sitzen, den „Waffen-Narren“ (Grünen-Jargon) endlich der Garaus machen.

Die Bundestagsfraktion fordert aktuell, daß Munition künftig nicht mehr zu Hause gelagert werden dürfe. Perspektivisch soll der Besitz von Großkaliberwaffen in Privathand gänzlich abgeschafft werden. Klingt für Klein-Erna in der luxussanierten Altbauwohnung auf dem Prenzlauer Berg logisch. „Wieso sollen die denn Ballermänner zu Hause haben? Noch dazu mit scharfer Munition?“ Mal ganz abgesehen von der sozialen Komponente, die ein Schützenverein zu bieten hat. Hier gammeln Jugendliche nicht kiffend, saufend oder sprayend aufsichtslos herum, sondern lernen Disziplin und Verantwortung. Der Arbeitslose fühlt sich hier genauso zu Hause, wie der Herr Künstler oder Professor.

Lassen wir das mal beiseite und beschäftigen uns mit Fakten: Munition nicht dezentral zu Hause lagern zu dürfen, würde im logischen Umkehrschluß bedeuten, sie wird zentral gelagert. Etwa im Vereinsheim der Schützen. So was kann sich herumsprechen. Auch bei Leuten, die Munition benötigen, um auf etwas anderes zu schießen als auf Scheiben. Auf Bandenrivalen oder Andersgläubige etwa. Oder für einen Warnschuß in die Stuckdecke der nächsten Sparkassen-Filiale vor dem „Geldabheben“. Auf jeden Fall besteht die Gefahr, daß mit einer gezielten Aktion soviel Munition durch einen Überfall oder Einbruch in ein Schützenhaus in die Hände solcher Strolche fiele, wie es sonst nie möglich wäre.

Gefahr des Totgetretenwerdens größer als des Erschossenwerdens

Die meisten Schützenhäuser liegen übrigens ziemlich weitab. Das bringt die Lärmbelästigung mit sich. Sie sind also kaum durch wachsame Nachbarn unter Kontrolle. Vielleicht können die wissensneutralen Claudia-Roth-Jünger den künftig munitionslosen Jägern auch erklären, daß sie nachts nicht mehr zur Jagd gehen können, weil der Waffenladen, wo sie ihr Schrot für gewöhnlich erwerben, gerade Nachtruhe hat. Man wünscht sich quasi, daß ein großes Rudel Wildschweine den Privatgarten von Jürgen Trittin (sofern er einen hat) unter die Rüssel nimmt, so daß der den örtlichen Waidmann kniend mit einem Strauß Sonnenblumen in der linken und einer Munitionstasche in der rechten Hand anfleht, doch mit der Flinte für Ordnung zwischen den ungespritzten Heckenrosen zu sorgen.

Weitere Fakten: In Berlin, der wohl „friedlichsten“ Metropole des Landes, gibt es weniger als 25 zugelassene Waffen pro tausend Einwohner. Deutscher Niedrigrekord! In Niedersachsen, Rheinland Pfalz und Bayern sind es oft doppelt so viele – oder gar noch mehr. Vielleicht tröstet es ja die Grünen, daß in Berlin die Chance, in U-Bahn-Stationen totgetreten zu werden, größer ist, als durch eine Kugel aus dem Leben zu scheiden. Die Tottreter, oft aus anderen, nichtdeutschen Kulturen, sollen laut Grünen übrigens nicht verboten, sondern vermehrt werden. Für die gibt’s Kuscheljustiz und Boxkurse (für schnelleres Tottreten?). Bezahlt auch von den Legal-Waffenbesitzern, die viel Steuern und Gebühren zahlen, mit der Zeitung vielleicht eine Fliege erschlagen, aber sonst niemandem etwas zu leide tun.

Übrigens: Die Zahl der illegalen Waffen wird von Joachim Streitberger vom Deutschen Jagdschutzverband mindestens doppelt so hoch geschätzt wie die der registrierten und zugelassenen (Quelle: Deutscher Bundestag). Vielleicht fordern die Sonnenblumenanbeter zur Abwechslung mal ein Verbot der illegalen Waffen? Ach so, geht ja nicht.

Die Lösung: ein Schuhverbot

Der „Waffenlobby“ unverdächtige Frankfurter Rundschau veröffentlichte vor einiger Zeit auf einer Doppelseite ein erstaunliches Ergebnis. Als Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe jeder eine sogenannte Taschenpistole auch in der Kneipe mit sich schleppte, gab es kaum Tote durch Schußverletzungen. Von Amokläufen ganz zu schweigen. Die Zeitung kam allerdings zu dem sinngemäßen Schluß, daß Ballerspiele und gesteigerte Alltagsaggressionen die Ursache seien, daß heute vor allem Jugendliche durchdrehen. Ein Waffen- oder Munitionsverbot kann indes auch das nicht verhindern.

Fahren Sie mal über die deutsche Grenze. Egal ob nach Frankreich oder Polen. Die scharfen Ballerdinger gibt’s zum Schleuderpreis ab 100 Euro. Aber eben nicht immer legal. Ich bin übrigens für ein Schuhverbot. Damit keiner mehr totgetreten werden kann.

 

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