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Was tun, wenn der Arzt kauderwelscht und radebricht? Wenn er nicht versteht, was einem fehlt? Diese Fragen stellen sich Patienten immer öfter. Immer mehr Ärzte mit schlechten Deutschkenntnissen wandern ein und erhalten die Zulassung. Guntram Schneider (SPD), der nordrhein-westfälische Integrationsminister, hat nun die Lösung: „Das Problem wäre schon gelöst, wenn mehr als bisher Patienten Englisch könnten.“ Nicht der Arzt soll also sein Deutsch verbessern, sondern der Patient sein Englisch. Kann bitte jemand einen Arzt rufen?

Die Arroganz der Sozialdemokratie

Der Integrationsminister offenbart mit seiner Zumutung dreierlei. Erstens sein auf den Kopf gestelltes Politikverständnis: Die Sozialdemokratie versteht sich offenbar schon längst nicht mehr als Anwalt der kleinen Leute. Nicht der Staat ist demnach für den Bürger da, sondern der Bürger für den Staat. Also ist auch der Patient für den Arzt da und nicht etwa umgekehrt. Zweitens zeigt Schneider, von wem er die Integrationsleistung erwartet: Nicht die Einwanderer sollen sich integrieren, sondern die Einheimischen. Drittens wird klar, daß er von den tatsächlichen Verhältnissen keine Ahnung hat: Die oft aus Osteuropa stammenden Billig-Ärzte sprechen häufig genauso schlecht Englisch wie Deutsch.

Wie konnte es zu dieser Schieflage kommen? Gut ausgebildete Ärzte verlassen Deutschland, weil sie schlecht bezahlt werden und unter unwirtlichen Arbeitsbedingungen leiden. Sie gehen nach England oder in die Schweiz. Laut Bundesärztekammer blieben im Jahr 2012 rund 6.000 Arztstellen in Krankenhäusern unbesetzt. Die Krankenhäuser holen sich daher Billig-Ärzte aus dem Ausland. Diese sprechen dann jedoch oft nur schlechtes Deutsch

Flut ausländischer Billig-Ärzte

Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl ausländischer Ärzte in Deutschland weit mehr als verdoppelt. Arbeiteten hier im Jahr 2002 noch rund 13.000, waren es 2012 bereits über 32.000. Und diese Zahl wird noch stärker wachsen. Seit April 2012 kann in Deutschland jeder Arzt die Zulassung beantragen, gleichgültig, welche Staatsangehörigkeit er besitzt und wo er seinen Beruf gelernt hat. Nur bei Bewerbern, die nicht aus Europa oder Amerika stammen, sehen die Behörden etwas genauer auf die vorangegangene Ausbildung. Einheitliche Richtlinien gibt es jedoch dafür nicht. Elf von sechzehn deutschen Bundesländern verlangen nur allgemeine, mittelmäßige Deutschkenntnisse für die Berufserlaubnis.

In manchen Krankenhausabteilungen sind somit die deutschen Ärzte bereits in der Minderheit. Die meisten Mediziner, die 2012 eingewandert sind, stammen aus Syrien, Rumänien, Griechenland, Ungarn und Bulgarien. Selbst wenn diese Zuwanderer einigermaßen die deutsche Sprache beherrschen, bleiben für sie so schöne Wörter wie Hühnerauge, Schlüsselbein oder Hexenschuß oft unverständlich. Bis sich die Politik bewegt und bessere Sprachkenntnisse verlangt oder die deutschen Exil-Ärzte zurückkehren, wird es noch dauern. Also, liebe Leser, bleiben Sie am besten gesund!

 

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