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Die Transferunion beginnt am Wasserhahn

Manche glauben, in Brüssel ist das ganze Jahr 1. April. Schön wär’s – auch dieser Richtlinienentwurf der EU-Kommission ist wohl ernstgemeint: Weil in Südeuropa das Wasser knapp wird, sollen in ganz Europa zwangsweise „sparsame Wasserhähne“ in allen Privathaushalten eingeführt werden.

Auf welchem Planeten muß man wohl leben, um sich so etwas auszudenken. An diesem Richtlinienentwurf des slowenischen Umweltkommissars Janez Potocnik ist so gut wie alles Unfug.

Zwar liegen die Spanier, zum Beispiel, im Wasserverbrauch EU-weit an der Spitze, die Wasserknappheit in Spanien aber kommt zunächst weder von unvorhersehbaren Dürreperioden noch vom ominösen „Klimawandel“, sondern hauptsächlich von der exorbitanten Wasserverschwendung in der Landwirtschaft, die mit großzügiger Unterstützung der EU-Agrarpolitik minderwertiges Gemüse in Gewächshäusern in der menschenleeren Fast-Wüste erzeugt, um damit ganz Europa zu überschwemmen.

EU-Richtlinien gehen alle an

Trotzdem könnte es den Spaniern und etlichen anderen, in deren Ländern Wasser von Natur aus nicht so reichlich fließt, ganz gut tun, zu Hause sparsamer mit dieser Ressource umzugehen. Eine Richtlinie nur für bestimmte Länder, die das Problem tatsächlich angeht – so etwas geht in der EU allerdings nicht.

Also macht man eine Richtlinie für alle und verdonnert auch die Österreicher zum Wassersparen, die ihre Wasservorräte nur zum kleinsten Teil überhaupt nutzen, und natürlich die Deutschen, die schon alle bisherigen Sparforderungen so gehorsam und besessen erfüllt haben, daß die öffentliche Wasserversorgung nur weniger als drei Prozent des verfügbaren Wassers überhaupt verbraucht.

Wassersparen kann teuer werden

Das hat dazu geführt, daß in Deutschland jetzt schon für den reibungslosen Betrieb der Entsorgungsleitungen zu wenig Wasser verbraucht wird, mit dem Ergebnis, daß die Wasserwerke Abwasserleitungen und Kanalisationsrohre regelmäßig mit Frischwasser fluten müssen, um Verkeimungen, Ablagerungen und Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Der Aufwand dafür wird den Kunden dann mit höheren Haushaltsgrundgebühren in Rechnung gestellt. Das haben sie dann vom Wassersparen.

Kommt die EU-Richtlinie – was nicht auszuschließen ist, da es nicht der erste Unsinn wäre, den die Bundesregierung verschläft und einfach durchwinkt – kommen auf die Deutschen also nicht nur Milliardenkosten für die Umrüstung der Haushalte zu, sondern auch, als Strafe fürs folgsame Sparen, noch höhere Wassergebühren.

Wassertransfer folgt dem Eurotransfer

Natürlich wird das nur die Deutschen betreffen, denn die werden noch die absurdeste Richtlinie mit teutonischer Gründlichkeit umsetzen. Die Spanier werden’s locker angehen, die Wasserknappheit wird weiter bestehen, und der EU-Umweltkommissar muß sich was Neues einfallen lassen.

Vielleicht erinnert er sich an frühere Forderungen aus Spanien, die von wasserreichen EU-Ländern wie Österreich „Wasser-Solidarität“ forderten. Der Lissabon-Vertrag gibt sicher etwas dazu her. Paßt ja zur Euro-Transferunion, die Wasser-Transferunion: die einen geben, die anderen verschwenden.

Von Venezuela lernen heißt siegen lernen

Oder man verfährt dann nach dem alten Patentrezept: Wenn’s nicht funktioniert, mehr vom selben obendrauf. Die Möglichkeiten, wie man die EU-Bürger zum Wassersparen verdonnern könnte, sind noch lange nicht ausgeschöpft. Venezuela  könnte mit Anregungen dienen – da gibt’s auch planwirtschaftlich verursachten Wassermangel.

Staatspräsident Hugo Chavez hat auch gleich die Lösung parat – die „sozialistische Dusche“: Statt eine halbe Stunde unter der Dusche zu singen, reichen drei Minuten, ermahnte er seine Landsleute – „ich habe auf die Uhr geschaut, und ich stinke auch nicht“. Höchstens nach Parfüm; der venezolanische Staatshaushalt sah im Jahr 2010 für die „persönliche Hygiene“ des Staatspräsidenten stolze 84.000 US-Dollar vor. Mit einem ordentlichen Budget im Rücken fällt einem eben immer etwas ein.

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