Frauen an die Front?

Ein „Kompetenzzentrum für Gender Mainstreaming“, das die Linksfraktion im sächsischen Landtag fordert, ist so ziemlich das letzte, was Sachsen und was Deutschland braucht. Trotzdem spricht viel dafür, daß dieser Antrag die Richtung vorgibt. Denn die Begründung, damit ließe sich „der Verfassungsauftrag zur Gleichstellung von Frau und Mann in der Gesellschaft in Sachsen qualifizierter (…) erfüllen“, läßt sich kaum widerlegen, wenn man im aktuellen politischen Sprach- und Wertesystem verharrt.

Innerhalb dieses Systems ist es auch logisch, das ungleiche Verhältnis zwischen Männern und Frauen bei der Verleihung des Sächsischen Verdienstordens als eine Diskriminierung zu betrachten, die mit staatlichen Geldern bekämpft werden muß.

Sicher, ein Verhältnis von zwanzig zu eins ist abenteuerlich, doch unter normalen Umständen würde keinem einfallen, deswegen ein neues Kompetenzzentrum zu fordern. Ursächlich für das weibliche Ordensdefizit dürfte Gedankenlosigkeit sein, die sich durch einen leichten Klaps auf den Hinterkopf beheben ließe. Doch darum geht es den Antragstellern gar nicht.

Revolutionierung der westlichen Spezies

Sie wollen eine im Gang befindliche Revolutionierung der westlichen Spezies – auf nicht weniger zielt Gender Mainstreaming ab – institutionalisieren und auf Dauer stellen. Im übrigen fällt auf, daß die Feministinnen sich zwar über eine Überzahl von Männern in Spitzenpositionen beklagen, aber nie darüber, daß auch bei den Säufern, Asozialen, Kriminellen und überarbeiteten Herzinfarktlern die Männer ganz klar überwiegen. Das bedeutet, daß Männer im Positiven wie im Negativen stärker zu Extremen neigen als Frauen: Ein Erbe ihrer alten Rolle als Jäger und Ernährer der Familie und Sippe.

Ja, Männer verdienen durchschnittlich mehr als Frauen, aber sie sind auch eher bereit und aufgrund ihrer körperlichen Konstitution besser in der Lage, riskante Berufe zu übernehmen. Die gefallenen deutschen Soldaten in Afghanistan waren ausschließlich Männer, die sich bereit fanden, ein tödliches Risiko einzugehen.

Was ist nun zu tun? Sollen Männer verstärkt Küchendienst schieben und Frauen an die Front geschickt werden, damit sie ihre gleichberechtigte Quote an Kriegstoten, Verstümmelungen, Verdienstorden und Verwundetenabzeichen erfüllen können? Der Sozialphilosoph Norbert Bolz spricht in seinem Buch „Diskurs über die Ungleichheit“ von einer „Asymmetrie der Geschlechter“, die man akzeptieren muß.

Manipulation der Biologie

Oder auch nicht. Die Ergebnisse sind schon mal in zahlreichen Sportarten zu besichtigen. Der Mann forciert hier (noch) seine Männlichkeit, unter anderem den Muskelaufbau (wobei es furchtbare Übertreibungen gibt, die an chemiegestützte Kälbermast statt an das griechische Schönheitsideal denken läßt). Frauen dagegen, um annähernd gleiche Leistungen zu erbringen, müssen ihre Weiblichkeit unterdrücken.

Die atemberaubende Überlegenheit der DDR im Sport war vor allem eine Überlegenheit des Frauensports. Im geschlossenen DDR-System ließ sich die Manipulation der Biologie leichter bewerkstelligen als im Westen; Sportlerinnen waren eher bereit, Eingriffen und der Überstrapazierung ihrer Körperfunktionen zuzustimmen. Inzwischen hat der Westen den SED-Staat nicht nur eingeholt, er hat die Verhäßlichung sogar ideologisch überhöht. Noch etwas, das 1989 niemand vorausgesehen hat.

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