Die Suche nach der tieferen Wahrheit

Der niederländische Fußballstar Wesley Snejder hat es getan. Der zukünftige Regierungssprecher und Chef des deutschen Presseamtes Steffen Seibert hat es getan.

Auch Tony Blair hat es getan – allerdings erst als er nicht mehr englischer Premierminister war. Konservative Denker wie Ernst Jünger und Caspar von Schrenck-Notzing haben es getan. Ebenso Kritikerinnen der Gender-Ideologie wie Christa Meves und Gabriele Kuby. Sie alle sind zur katholischen Kirche übergetreten.

Das Phänomen der Konversion ist ein vielschichtiges; das wird schon deutlich, wenn man sich die erwähnten Personen einmal näher anschaut. Was den Konvertiten antreibt, ist aber immer die Suche nach der tieferen Wahrheit. Hier liegt die Brisanz der Konversionsthematik. Immer schockiert der Konvertit seine Umwelt und läßt sie ihre eigenen Überzeugungen hinterfragen.

Es gibt eine Wahrheit

Vor allem aber legt er durch seine Konversion ein Zeugnis dafür ab, daß es nicht egal ist, was man glaubt. Es gibt eine Wahrheit und der Mensch ist fähig sie zu erkennen. Diese beiden Prämissen werden heute nicht allgemein akzeptiert. Doch durch jede Konversion kommen sie erneut zur Sprache.

Konvertiten sind ihren Zeitgenossen oftmals lästig. Es drängt sie von dem zu sprechen, was sie gefunden haben. Natürlich sind sie daher auch im Internet besonders aktiv. Einen sehr interessanten Blog betreibt Dorothea, eine „Ex-Baptistin, Ex-Hippie, Ex-Revoluzzerin, Ex-Feministin, Ex-Grüne, Ex-Esoterikerin, Ex-Schamanin“.

Daß diese Frau keineswegs unkritisch ist, wird schon in den einleitenden Sätzen deutlich: „Leute, was bin ich froh da raus zu sein! Nach Hause gekommen in die katholische Kirche, auch wenn die offenbar seit Jahren die Möbel aus dem Fenster werfen.“

Eines der Hauptkennzeichen unserer Zeit ist der zunehmende Pluralismus in allen Lebensbereichen. Selbst die evangelische Kirche versucht unter ihrem Dach möglichst viele Glaubensüberzeugungen zu vereinen nach dem Motto „jeder nach seinem Geschmack“. Papst Benedikt XVI. warnt vor einer Diktatur des Relativismus „in der nichts als endgültig anerkannt wird und die als letzten Maßstab nur das eigene Ich und dessen Wünsche zulässt“.

Ein Unbequemer für alle Gleichgültigen

Jede Konversion stellt uns erneut vor die Frage nach dem Unwandelbaren. Gibt es in einer Welt, in der alles relativ geworden ist, noch Beständiges, an das man sich halten kann und für das es sich einzusetzen lohnt? Gibt es eine objektive Realität, aus der sich absolute Maßstäbe für richtig und falsch, gut und böse ableiten lassen, oder kann diese Realität nach Belieben konstruiert werden?

Konvertiten sind von der Existenz ewiger Wahrheiten überzeugt. Für sie ist es nicht egal, was jemand glaubt. Für die Konvertiten gibt es letzte Wahrheiten und wer diese erkannt hat, ist gefordert, sich für sie einzusetzen. Er kann sogar Widerstände ertragen, denn diese sind nur relativ; aber jene Wahrheit, für die er lebt, ist ewig.

Das ist die Botschaft eines jeden Konvertiten. Daher ist er ein Unbequemer für alle Gleichgültigen und ein Stachel im Fleisch für eine Gesellschaft, die dem Relativismus huldigt.

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