Abwertung des Religionsunterrichts

Ich bin immer noch davon überzeugt, daß ein guter Religionsunterricht die beste Maßnahme ist gegen das beständige Sinken des religiösen Grundwasserspiegels, das in Europa allgemein beobachtet werden kann. Daher habe ich immer in der Schule einen Schwerpunkt meiner pastoralen Tätigkeit gesehen und unterrichte an der Grundschule, an der Hauptschule und am Gymnasium (unter anderem Oberstufe).

In Berlin ist es leider im Mai dieses Jahres nicht gelungen, den konfessionellen christlichen Religionsunterricht als gleichwertiges Fach neben dem Ethikunterricht zur Wahl zu stellen. Bedauerlich für alle, die sich mit enormem Kraftaufwand dafür eingesetzt haben – bis hin zu Fernsehmoderator Günter Jauch. Andererseits aber wenig verwunderlich angesichts der rot-roten Regierung und dem antikirchlichen Taktieren von Bürgermeister Klaus Wowereit.

Noten sind für die Motivation der Schüler wichtig

Doch auch aus dem katholischen Italien dringen jetzt Schreckensnachrichten zu uns. Hier gehört – ähnlich wie in Deutschland – der Religionsunterricht zum verpflichtenden Fächerkanon, kann aber auch abgewählt werden. Die Notenskala reicht hier von der Note 1 als der schlechtesten Note bis zur Note 10 als bester Note. Für den Schulabschluß werden alle Noten zusammengezählt, um so eine möglichst hohe Zahl zu erreichen.

Nun soll die Religionsnote als einzige nicht mehr mit eingerechnet werden und die Religionslehrer folglich auch von der Notenkonferenz ausgeschlossen werden. So sieht es das regionale Verwaltungsgericht Latium, das der Klage eines Bekenntnislosen stattgegeben hat. Damit aber gibt es dann zwei Kategorien von Lehrern.

Wer im Schuldienst tätig ist, weiß um die motivierende Kraft von Noten. Gemeinsam mit dem Musiklehrer und dem Kunstlehrer stehe ich schon in unserem bisherigen Schulsystem vor dem Problem, daß einige Schüler das Fach nicht ernst nehmen. Allein die Tatsache, daß das Fach versetzungsrelevant ist, kann manch trägen Schüler noch motivieren.

Glaube braucht auch Wissen

Nur Linksideologen glauben, daß ein Schüler aus reinem Interesse lernt. Fällt die Note weg beziehungsweise spielt sie für die Gesamtwertung keine Rolle mehr, wird das religiöse Wissen wie auch die religiöse Bindung weiter sinken. Die italienische Bildungsministerin Mariastella Gelmini hat dies erkannt und will vor dem Staatsrat Beschwerde einlegen. Ob es ihr gelingt, den religiösen und damit auch kulturellen Niedergang aufzuhalten?

Gewiss: Glaube ist nicht in Noten messbar. Wo aber kein Wissen um den Glauben vorhanden ist, kann auch der Glaube nicht in gesunder Weise wachsen.

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