Farbanschlag auf Jörg Urban
Farbanschlag auf Haus des sächsischen AfD-Chefs Jörg Urban Foto: AfD Sachsen

Demo vor Köppings Wohnhaus
 

Doppelstandard der Empörung

Im sächsischen Grimma demonstrierten Freitag abend etwa 30 Gegner der Corona-Politik vor dem Privathaus der Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Teils ausgerüstet mit Fackeln und Trommeln skandierten sie: „Friede, Freiheit, keine Diktatur!“ Ihr Protest kam aber innen im Haus anders an und wurde als eine Drohgebärde aufgefaßt. Köpping schrieb später dazu auf Instagram, sachliche Kritik sei „völlig legitim“, „Fackel-Proteste vor meinem Haus sind aber widerwärtig und unanständig.“

Die Presse bezeichnete die Demonstranten als „Fackel-Mob“, Extremismus Forscher fordern nun ein härteres Vorgehen gegen die Corona-Demos und sämtliche Politiker finden deutliche Worte für diese Aktion. So warf Baden Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Demonstranten gar „SA-Methoden“ vor.

Ins gleiche Horn blies der scheidende Innenminister Horst Seehofer (CSU). Er fühlte sich an die „dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte“ erinnert und forderte „angemessene Konsequenzen“ der sächsischen Behörden.  Auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sprach von einem „faschistoiden“ Auftritt.

Das falsche Signal

Um eines klarstellen: Man zieht nicht mit Fackeln vor ein Privathaus. Das tut man einfach nicht. Und warum tut man das nicht? Weil man das für sich und seine Familie auch nicht haben möchte. Man muß das Amt der Gesundheitsministerin vom Menschen trennen. Die Familie, die Nachbarn können nichts für die politischen Entscheidungen der Amtsträgerin. Welche Botschaft wollte man damit transportieren? Köpping, wir wissen, wo deine Kinder schlafen?

Ich möchte niemandem eine böse Absicht unterstellen aber Hand aufs Herz: Wer würde es nicht mit der Angst bekommen, wenn eine Menschenmenge pfeifend, buhend und mit Fackeln vor der eignen Haustüre stehen würde? Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Das ist einfach das falsche Signal und hat fatale Folgen für unser Land. Egal ob links oder rechts, eine rechtsstaatliche Demokratie hat ihre Spielregeln.

Und die Antifa?

Allerdings sind genau die Politiker, die sich jetzt empören, bei früheren Anschlägen und Drohungen gegen rechte Kollegen auffällig unberührt geblieben. In der Echokammer der Mainstream-Medien bleibt es meist ebenfalls still, wenn die Antifa Privatadressen des politischen Gegners veröffentlicht oder Autos in unmittelbarer Wohnnähe der Opfer angezündet werden.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz beschreibt das Phänomen der „Outing-Aktionen“ durch die Antifa auf seiner Homepage. Hierbei veröffentlichen linksextreme Gruppen Bilder und personenbezogene Daten, zum Teil eben auch Adressen, des erklärten politischen Gegners auf Flyern, Plakaten oder im Netz. So hat beispielsweise die einschlägige linksextreme Internetplattform de.indymedia Fotos und Adressen von Personen veröffentlicht, auf deren Fahrzeuge später ein Farbangriff verübt wurde.

Aktuell findet man auf der Homepage der Berliner Antifa ebenfalls einen öffentlichen Pranger mit Namen und Adressen. Mit diesen Methoden soll laut dem Verfassungsschutz „ein Bedrohungsszenario aufgebaut und die jeweils geoutete Person eingeschüchtert“ werden, da sie „jederzeit mit einem Angriff auf sich, die eigene Familie oder das Eigentum rechnen muß“.

Wie oft haben Autos von AfD-Politikern gebrannt? Wie oft wurden ihre privaten Wohnhäuser attackiert? Wie viele Anschläge gab es auf Verbindungshäuser? Und wo blieb da die öffentliche Empörung.

Farbanschlag auf Haus des sächsischen AfD-Chefs Jörg Urban Foto: AfD Sachsen
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles