Meinung

Die Milieus sind das Problem

Ein Libanese kauft Kriegswaffen, die Behörden erfahren davon, eine ganze Stadt, in dem Fall Bremen, ist im Ausnahmezustand und die Polizei im Großeinsatz. Nichts passiert, diesmal. Auch nicht in Braunschweig, wo vor zwei Wochen erst der Karnevalsumzug wegen einer Terrorwarnung abgesagt wurde. Haben die Behörden überreagiert, oder ist der Zustand einer latenten Dauerbedrohung die neue Realität, an die wir uns in der bunten Republik gewöhnen müssen – oder sollen?

Beruhigend mag der Bürger immerhin finden, daß Polizei und Sicherheitsbehörden offenbar ihre Arbeit tun und auf dem Quivive sind. Bevor sich ein jeder wieder entspannt zurücklehnt, sollten wir allerdings auch über die unangenehme Frage nachdenken, die daraus folgt: Warum muß dieser enorme Aufwand überhaupt getrieben werden? Warum müssen die Behörden und wir alle uns ständig mit Bedrohungsszenarien beschäftigen, die offenkundig importiert sind?

Das Problem sind dabei nicht einzelne Extremisten wie jener offensichtlich schon früher ins Visier der Sicherheitskräfte geratene gewaltbereite Libanese, der sich mit Maschinenpistolen versehen haben soll, so daß mit einem Terroranschlag zu rechnen war. Das Problem sind die Milieus, in denen potentielle Islam-Terroristen sozialisiert wurden, sich radikalisieren und immer wieder von neuem nachwachsen können.

Das Ergebnis des Terrors: Weitere Privilegien?

Es sind die Milieus, in denen tausende junge Männer (und Mädchen) dschihadbegeistert nach Syrien ziehen und zu hunderten als wandelnde Zeitbomben zurückkommen, weil zehntausende – oder hunderttausende – andere das gut und vorbildlich finden. Es sind die Milieus, in denen, nicht nur in Bremen, Zentren des islamischen Extremismus wie der Moscheeverein „Islamisches Kulturzentrum“ (IKZ) gedeihen, in dem gewaltbereite Salafisten und eben auch jener mit seinem Helfer verhaftete Libanese ein- und ausgehen.

Mit einzelnen Verhaftungen und Vereinsverboten ist solchen Milieus nicht beizukommen. Wenn in einer schon 2010 veröffentlichten Studie jeder vierte Muslim in Deutschland Gewalt gegen Andersgläubige gutheißt, sechs Prozent als „gewaltaffin“ gelten und jeder siebte mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuß steht, liegt das Problem offensichtlich tiefer.

Und wenn, um ein Beispiel aus dem benachbarten Österreich zu nennen, ein Grazer Islamlehrer, der vor seinen Schülern die Pariser „Charlie“-Anschläge rechtfertigte, weil es schon in Ordnung sei, den Feinden Allahs „wehzutun“, nach kurzer Zwangspause schon wieder unterrichten darf, ändert an diesem Problem auch ein „Islamgesetz“, das weitere Privilegien festschreibt, nichts – im Gegenteil.

Bunter Kollateralschaden

Denn diese Milieus sind das Ergebnis falscher Einwanderungspolitik und einer multikultiseligen Pseudo-Integrationspolitik, die vor allem, was nicht ins ideologische Weltbild paßt, einfach die Augen verschließt. Und sie werden weiter wachsen, solange diese falsche Politik nicht korrigiert, sondern sogar noch forciert wird; solange Einwanderer nicht auch nach kultureller Kompatibilität ausgesucht und, fehlt diese, auch mal abgewiesen werden; solange ein Bremer Innensenator Ulrich Mäurer sich feixend hinstellt und verkündet, er verfolge das Ziel, möglichst jedem der wahllos ins Land geströmten „Asylbewerber“ und „Flüchtlinge“ einen gesicherten Aufenthalt zu verschaffen.

Ist halt ein bunter Kollateralschaden, wenn die dann zum Dank die Einheimischen terrorisieren. Und wer weiß schon – will es überhaupt jemand wissen? –, wie viele Islam-Extremisten mittlerweile auch ohne einschlägige IS-Drohungen mit der Asyl-Eintrittskarte ins Land gekommen sind?

Die achselzuckend hingenommene allwöchentliche Terrorwarnung ist keine Normalität, an die wir uns widerspruchslos gewöhnen sollten. Jeder falsche Alarm ist schließlich auch eine Erinnerung daran, daß hier an den Symptomen eines Problems kuriert wird, das die politische Klasse unserem Land über Jahrzehnte hinweg mutwillig und ohne Not aufgeladen hat.

Islamisches Kulturzentrum in Bremen: Wird der Terror zum Alltag? Foto: dpa

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