Notizen zur Einheit: „Ich habe Freudentränen vergossen“

Die deutsche Einheit hatte ich bereits in einem Aufsatz vorhergesagt, der im Juni 1979 in der Zeitschrift Eléments erschien. Darin stellte ich sie als die Conditio sine qua non des europäischen Einigungsprozesses dar. Weiterhin behauptete ich, daß „die deutsche Teilung für die gesamte Weltordnung bestimmend ist“. Mein Artikel endete mit den deutschen Worten: „Muß es sein? Es muß sein“.

Damals glaubte kein Mensch daran. Zehn Jahre danach erfolgte die Wiedervereinigung. Ich habe ihretwegen Freudentränen vergossen. Ich hätte mir lediglich gewünscht, daß sie zu einem Neuanfang, einer Aufhebung im Hegelschen Sinn zwischen den politischen Systemen der Bundesrepublik und der DDR geführt hätte.

Statt dessen hat die Bundesrepublik die DDR geschluckt. Auf ein anderes Deutschland warten wir immer noch.

Alain de Benoist ist Chefredakteur der Zeitschriften „Nouvelle École“ und „Krisis“ und gilt als führender Theoretiker der französischen Nouvelle Droite (Neuen Rechten).

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