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Der rechte Rächer

Kein Wunder, daß die Linken in Amerika Rush Limbaugh nicht leiden können. Neulich sollte er in vierhundert Worten erklären, was er Barack Obama wünsche. Limbaugh antwortete in nur vier: „Ich hoffe, er scheitert!“ Dafür hassen die Demokraten ihn, obwohl sie das gleiche stets über Bush gesagt haben.

Der knallharte Konservative Limbaugh, der behauptet, seit jeher an nichts anderem als an Radio interessiert gewesen zu sein, moderiert die zeitweilig erfolgreichste Gesprächssendung im US-Rundfunk. Mit 14 bis 20 Millionen Hörern pro Woche hat seine „Rush Limbaugh Show“ (www.rushlimbaugh.com) die größte Zuhörerschaft in den USA. Ihr Markenzeichen ist, daß Limbaugh auf jede politische Korrektheit pfeift.

Der 1951 in Missouri geborene Republikaner mit schottisch-deutschen Wurzeln fungiert zur Zeit gar als eine Art Ersatz-Anführer seiner Partei, während die offiziellen Parteivertreter mit Aufräumarbeiten nach der McCain-Niederlage zu tun haben. Limbaugh gibt der konservativen Basis wieder Argumente, Siegesgewißheit, Hoffnung. Auf einer konservativen Konferenz im Februar wurde er umjubelt wie ein Präsidentschaftskandidat.

Limbaugh ähnelt Harald Schmidt: Er beobachtet die Welt und beschreibt sie, wie sie ist. Dabei geißelt er alles, was den Linken heilig ist, Klimahysterie und Öko-Ideologie zum Beispiel. Der angeblich wissenschaftliche Klimawandel-Konsens sei reine Verkaufsstrategie, meint Limbaugh. Von ihm stammt auch der Satz, der Feminismus sei nur erfunden worden, um „häßlichen Frauen Zugang zur Gesellschaft zu verschaffen“, und er verbreitete das Wort „Feminazi“, womit er Frauen meint, deren Lebensziel es sei, möglichst viele Abtreibungen zu ermöglichen.

Seine Radio-Karriere begann in den Siebzigern. 1988 startete seine landesweite Show, für die ihm Ronald Reagan dankte: „Sie sind die Stimme Nummer eins des Konservatismus in unserem Land.“ Nach der Abwahl von Bush senior avancierte er aus Sicht der konservativen National Review zum „eigentlichen Oppositionsführer gegen Clinton“.

Dabei hat Limbaugh auch Schattenseiten. Gemeint sind nicht die drei gescheiterten Ehen oder seine gesundheitlichen Probleme: Fast taub, benötigt er ein Hörgerät und das Schmerzmittel Oxycodon, das er sich halblegal beschafft haben soll. Seine Feinde gehen so weit, ihm den Konsum wegen seiner sonst harten Haltung gegen Drogen vorzuwerfen – gegen den Mann scheint jedes Argument recht.

Doch wie viele erzkonservative Amerikaner ist Limbaugh von Hybris beseelt. Kritik an der US-Außenpolitik geißelt er als Vaterlandsverrat. Und Kriegsverbrechen wie in Abu Ghraib seien nicht schlimmer als die Aufnahmerituale von US-Studentenverbindungen. Am Wochenende hat er nun seine Begeisterung für Angela Merkel entdeckt, weil sie gegenüber Obama nicht die Unterwürfigkeit anderer Staatschefs zeige. So sieht es jedenfalls Limbaugh. Gegen seinen Feind ist eben auch ihm jedes Argument recht.

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