Standorte am Rhein

Im Rheinischen Merkur spürt man jetzt Skandale auf, deren Brisanz und Aktualität einem fast den Atmen verschlagen. So deckt man ganz investigativ in der Kolumne „Evangelisches Tagebuch“ der 4. Juni-Ausgabe auf, daß auf dem von der EKD geförderten Kongreß christlicher Führungskräfte Ende Februar 2009 in Düsseldorf „eine rechtsorientierte Zeitung einen eigenen Stand hatte“ und damit „für einen Skandal sorgte“. Man hätte damals seitens der Amtskirche ähnlich handeln sollen wie die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens vor der Europawahl, als sie „Brillenputztücher gegen Rechtsextremismus“ als originelle Devotionalien verteilen ließ. Dieses neue kirchliche „Herzensanliegen“ sollte fortan deutschlandweit Schule machen, findet Merkur-Autor Benjamin Lassiwe, was denn auch ein früherer langjähriger Kirchenvorstand eines niedersächsischen Dorfes beweise, der zudem NPD-Gemeinderat war, oder ein paar Konfirmanden in der Lausitz, die Wahlplakate für rechtsextreme Parteien klebten. Der Messeauftritt der „rechtsorientierten Zeitung“, womit deutlich auf die JF angespielt wird, runde dieses böse Bild nur ab.

Tatsächlich erntete die JF in Düsseldorf für ihre konservativ-christliche Haltung allgemein Zuspruch auf der Messe. Vielleicht deutet das skandalisierende Denunzieren der JF als rechtsextremistisch aber nur einen neuen Kurs an, dem genau diese Richtung aufstößt. Wie breit man ansonsten politisch aufgestellt ist, dokumentiert dieselbe Ausgabe des Rheinischen Merkur, wo „Die Linke“ selbstverständlich eine größere Wahlwerbung schalten darf. Aber gegen Linksextremismus werden ja auch keine Brillenputztücher verteilt.

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