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Leere Blicke in Richtung Väterchen Staat

Im Weltwirtschaftskrisenjahr 1932 mußte eine sechsköpfige Familie in Deutschland ohne eigenen Broterwerb von sage und schreibe 13,20 Reichsmark je Woche leben. Denn das exakt war damals der Höchstsatz der staatlichen Arbeitslosenunterstützung. Und just zu derselben Zeit plagte sich vielerorts so manche Erntearbeiterin sogar noch am Tage ihrer Niederkunft auf dem Acker, bevor sie, oft einsam und unter erbärmlichen äußeren Umständen, ihr Kind zur Welt brachte.

Den wahrhaft märchenhaft anmutenden Umschwung aus dem Jammertal von Not und Elend, man faßt es kaum, vollbrachten in der Folge dann nur ganze zwei Generationen – bis hin in das Schlaraffenland unserer Tage von Massenwohlstand, Kauflust und fröhlicher Verschwendung. Doch was geschieht? Mit zukunftsleerem Blick klagen ringsumher selbst noch ganz junge Nachgeborene, vornehmlich natürlich vor Fernsehkameras und Mikrofonen, vielstimmig ihr Leid: Sie wüßten schon heute nicht mehr, ob sie, man denke, in 40 oder 50 (!) Jahren überhaupt noch eine Rente von Väterchen Staat bekommen würden. Und es gebe eigentlich generell von allem zu wenig: Kita-Plätze, Lehrstellen, Geld für Bildung, Chancengleichheit für alle (möglichst mit eingebauter Erfolgsgarantie und Ergebnisgleichheit) und angeblich, nicht zu vergessen, Kinderspielplätze (deren Zahl nie zuvor größer war als in unserem Zeitalter eines Überangebots an Zerstreuungsmöglichkeiten).

Die mit dem zukunftsleeren Düsterblick wollen sicherlich nichts mehr hören von jenen darbenden Überlebens-„künstler“-Familien der 1930er, 1940er und 1950er Jahre. Wohlmeinende Ältere werden ihnen das nachsehen.

Derlei Nachsicht findet aber ihre Grenze, wenn die schwer geprüfte Erlebens-, Überlebens- und Wiederaufbaugeneration sich anhören muß, was alles beispielsweise junge Eltern des Jahres 2009 unter den heute angeblich obwaltenden Widrigkeiten der Überflußgesellschaft nach eigener Einschätzung angeblich nicht mehr zu leisten in der Lage sind: ihre Sprößlinge kindgemäß zu betreuen und zu erziehen und dafür den Tagesablauf so sinnreich und familienverträglich wie nur möglich selbstbestimmt zu gestalten, anstatt diese wahrhaft große Aufgabe ersatzweise schon von früh an in fremde Hände zu geben.

Die Älteren können darüber nur den Kopf schütteln, weil es ihr Innerstes verletzt. Aber die Zeitgeist(er)reiter sind sehr hartleibige Gesellen.

Rolf Dressler war langjähriger Chefredakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld und ist nun freier Journalist.

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