Haar in der Suppe

Sonntag wird den Berlinern ermöglicht, per Volksentscheid für die Einführung von „Religion“ als ordentlichem Schulfach zu stimmen. Dann könnte Berlin mit der Mehrzahl der Bundesländer gleichziehen, in denen die im Grundgesetz verankerte Regelung gilt: Religion ist ordentliches Lehrfach, staatlich beaufsichtigt und in Übereinstimmung mit den Kirchen erteilt. Das hat seinen Grund. Denn der weltanschaulich neutrale Staat steht auf einem Fundament, welches er selbst nicht geschaffen hat und nicht begründen kann. Ein solches ist – besser: war – das Christentum. Mit dem 2006 vom rot-roten Senat eingeführten Pflichtfach „Ethik“ beharrt Berlin auf seiner Ausnahmestellung, wogegen die Initiative „Pro-Reli“ mit kirchlicher Unterstützung aufbegehrt.

Ihre Gegner – voran die Linkspartei – diffamieren dies als „Kreuzzug“, und der Regierende Bürgermeister wendet einen Taschenspielertrick an, indem er den Entscheid nicht mit der Europawahl zusammenlegt: Die Chancen für „Pro-Reli“ schwinden nämlich bei niedriger Wahlbeteiligung, da 25 Prozent aller Wahlberechtigten mit „Ja“ stimmen müßten. Doch selbst engagierte Christen finden schnell das Haar in der Suppe: Folge des „Pro-Reli“-Modells wäre auch eine Stärkung des islamischen Unterrichts; nicht verwunderlich angesichts der demographischen Situation mancher Stadtteile.

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