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Grenzen ziehen

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Wieder wurde ein Unschuldiger Opfer geradezu unmenschlicher Gewalt. Die Täter: ein Jugendlicher und ein Heranwachsender! Das Opfer: ein Mann, der helfen wollte. Noch laufen die Ermittlungen, aber schon werden in der Politik wieder die Stimmen laut, die eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes fordern. Härtere Strafen zur Abschreckung? Nein! Zielführender wäre es, zunächst die zur Verfügung stehenden Sanktionsmöglichkeiten auszuschöpfen. Die Forderung muß lauten, zeitnah und konsequent Grenzen zu ziehen, um kriminelle Karrieren frühzeitig zu verhindern. Hierzu bedarf es mehr Personal bei Kripo, Justiz und bei den Jugendämtern. Dies kostet Geld, das von der Politik zur Verfügung gestellt werden muß! Ebenso wichtig wäre es, die Ursachen für die steigende Gewaltbereitschaft (u.a. Frustration durch fehlende Schulabschlüsse, Gewalt in der Familie) anzugehen. Auch hier ist die Politik gefordert! Um nicht mißverstanden zu werden: Die Tat ist durch nichts zu entschuldigen! Der Ruf nach härteren Strafen wird uns aber vor weiteren Verbrechen dieser Art nicht schützen. Hier muß in Politik und Gesellschaft ein Umdenken einsetzen. Meine Achtung gilt dem Opfer, das seine Zivilcourage mit dem Leben bezahlen mußte.

Michael Rupp ist Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) im Saarland und Sprecher der BDK-Arbeitsgruppe „Jugendkriminalität“

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