Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Metamorphosen des Totalitarismus

Die Vorgänge in Köln am 20. September aus Anlaß einer Anti-Islamisierungskonferenz waren keine Kleinigkeit, die bald wieder vergessen sein wird. Es war einer jener Momente in Politik und Geschichte, die blitzartig den wahren Stand der Dinge grell beleuchten. Sie zeigten, wie weit die Bundesrepublik Deutschland inzwischen auf dem Weg in eine antifaschistische Volksrepublik, in die vielberedete „DDR light“ vorangekommen ist. Da gab es die „Ordnungshüter“ der extremen Linken mit ihren uniformähnlichen Ordnungswesten, die nicht nur Henryk M. Broder an die SA-Hilfspolizei von 1933 erinnerten. Und da war jene famose „Einheitsfront gegen Rechts“ aus Kirchen, Gewerkschaften, Linkspartei, SPD und FDP, die soviel Ähnlichkeit zeigte mit dem braunen „nationalen Aufbruch“ oder der Nationalen Einheitsfront der DDR nach 1945. Wieder einmal funktionierte in Deutschland eine totalitäre Einheitsfront perfekt. Taxiunternehmen und Hotellerie kuschten vor dem diskreten Druck der Aktivisten. Das deutsche Erbübel der öffentlichen Feigheit, des Abtauchens und der Anpassung der Mehrheit an die fanatischen Drahtzieher feierte neue Triumphe. Wo blieben Jahrzehnte der „Vergangenheitsbewältigung“ und der Erziehung zu Toleranz? Und nicht zuletzt die Sprache der „Gegendemonstranten“ war bezeichnend — allen voran der Kölner OB Schramma, der von „Nazi-dreck“ sprach, der weggespült werden müsse, oder das Wort des Geschäftsführers ausgerechnet der FDP-Rathausfraktion, der die Pro Kölner zu „braunen Exkrementen“ erklärte. Durch ihre Sprache demaskierten sich die famosen „Antinazis“ am deutlichsten, erneuerten sie doch die Sprache aller Totalitären zwischen 1917 und 1990. Köln offenbarte die Metamorphosen des Totalitarismus in unseren Tagen. Auch heute gibt es wieder eine einzig zulässige Zivilreligion, die Political Correctness mit Multikulturalismus und neuerdings auch Pro-Islamismus, einen totalitären Staatsglauben, der an die Wurzel aller Totalitären erinnert, die Jakobiner von 1792 mit Freiheit und Brüderlichkeit auf der Zunge und der Guillotine im Gepäck. Köln beantwortet auf seine Weise die Dauerfrage, wie 1933 möglich war, und es deutet voraus, wie in Deutschland in absehbarer Zeit neue Volksrepubliken möglich werden. Seit Köln sollte sich niemand mehr Illusionen machen, wie das dann funktionieren wird.   Prof. Dr. Klaus Hornung lehrte Politikwissenschaft an der Universität Hohenheim.

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