Im Dienste des Klimas

Die bayerische Metropole hat als eine der letzten großen deutschen Städte am 1. Oktober die Umweltzone innerhalb des Mittleren Rings eingerichtet. Wie in anderen Städten auch verkünden am Eingang dieser Zonen Schilder, daß Kraftfahrzeuge ohne rote, gelbe oder grüne Plakette nicht weiterfahren dürfen. Zu diesem Zweck wurden allein in München 337 Schilder aufgestellt, deutschlandweit dürften es in vielen Städten zigtausend der teuren Straßenverkehrssymbole sein. Im Gegensatz zu den Eingangsschildern haben die exakt genauso oft plazierten Hinweise, die ein Ende der Umweltzone verkünden, jedoch wenig Informationswert — praktisch „gleich Null“, findet der FDP-Fraktionschef im Münchner Rathaus, Michael Matter. „Diese Schilder sind völlig verrückt“, klagt er in der Münchner tz. Ein Informationswert gelte höchstens für denjenigen, der illegal ohne Umweltplakette in die Stadt gefahren ist. „Der weiß jetzt, daß er keinen Strafzettel mehr zu befürchten hat. Dafür kosten die Schilder aber dann doch zuviel.“ Der Amtsschimmel will das nicht einsehen: „Wenn man eine verkehrsrechtliche Maßnahme ankündigt, muß man auch ihr Ende mitteilen“, teilt die zuständige Behörde mit. Ein Verzicht auf die grau-weißen Tafeln wäre demnach ein „juristischer Formfehler“. Außerhalb Münchens ist diese sinnlose und teure Schildaeske übrigens nirgends hinterfragt worden — vielleicht ein erster Kollataralschaden der drohenden Klimakatastrophe.

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