Machtverlust für Ärzte

Wenn der Patientenwille – gerade in Grenzsituationen – absolut gesetzt wird, hat das schwere Auswirkungen auf das Arztbild.“ So erklärt mit erfreulicher Offenheit Eberhard Klaschik, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Der Patient soll also bis zum letzten Atemzug vom Arzt und seiner Heilkunst abhängig bleiben. Auch um Opiate muß der Schwerkranke noch betteln – oft vergeblich. So wird in diesen Tagen wieder einmal die Verbesserung der „Finalpflege“ gegen die vom Justizministerium neuerdings unterstützte Forderung nach passiver Sterbehilfe ausgespielt. Doch was im Sterbehospiz passiert, nämlich der Verzicht auf qualvolle lebensverlängernde Intensivmaßnahmen und Reanimation sowie eine ausreichende, notfalls „terminale“ Sedierung durch Morphium ist mit wichtigen Bestandteilen der passiven und sogar aktiven indirekten Sterbehilfe bereits identisch. Der Knackpunkt liegt nicht zwischen aktiv und passiv – und auch nicht beim Mißbrauchsrisiko. Dann dürften wir keine Autos auf die Straße lassen, die unweigerlich auch gesunde Kinder überfahren. Es geht um die Grundfrage menschlicher Selbstbestimmung und wie weit sie gehen darf. Die Kirche billigt dem Menschen keine Entscheidung über Leben und Tod zu. Die „Halbgötter in weiß“ wollen sich selbst diese Entscheidung vorbehalten. Das Verlangen nach Sterbehilfe tendiert dazu, nur Minderjährige und Unzurechnungsfähige von der „Freiheit zum Tode“ auszuschließen. In einer individualistischen Gesellschaft wird sich diese Tendenz kaum aufhalten lassen.

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