Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Angst und bange

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel nennt es „sehr theoretisch“, Krista Sager von den Grünen „politisches Yeti“ – es geht um ein schwarz-grünes Bündnis auf Landes- oder gar Bundesebene. Von unerwarteter Seite, nämlich von CSU-Chef Edmund Stoiber kam die jüngste Avance an die „Schmuddelkinder“ von gestern. Man dürfe, so der bayerische Ministerpräsident, „a priori“ keine Bündnisse mit den Grünen ausschließen. Der Grünenpolitiker Oswald Metzger klatscht Beifall, Merkel verspricht artig, keine Anti-Grünen-Wahlkämpfe mehr zu führen. Nur CSU-Landesgruppenchef Michael Glos schließt ein Bündnis mit den „Öko-Stalinisten und ehemaligen Terroristen“ kategorisch aus – und handelt sich dadurch wahrscheinlich Kritik und Spott vor allem aus dem eigenen Lager ein. Dabei hat er absolut recht. Das Problem ist, daß es der Union an möglichen Bündnispartnern fehlt – im rechtsliberalen und rechtskonservativen Bereich wurde alles erfolgreich bekämpft, da bleiben als Ergebnis einer jahrzehntelangen Parteistrategie der Union neben der FDP oder einer großen Koalition mit der SPD eben nur die Grünen. Dabei werden sich die traditionellen Unionswähler warm anziehen müssen, denn erfahrungsgemäß ist nicht zu erwarten, daß die Grünen politische Zugeständnisse machen werden – im Gegensatz zur Union. Betrachtet man hierbei die künftigen großen Themen, nämlich die Debatte um einen drohenden EU-Beitritt der Türkei oder die Regelung der Zuwanderung, muß es der politischen Mitte angst und bange werden.

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