Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

Ökumenisches Verstehen

D as Verlangen vieler Christen nach der Abendmahlgemeinschaft, wie es auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin zum Ausdruck kam, ist verständlich, übersieht aber, daß sich Abendmahl im evangelischen und Eucharistie im katholischen Verständnis wesentlich unterscheiden. Nach Luther, der ja einmal katholischer Priester war, ist Christus in, mit und unter dem Brot gegenwärtig, allerdings nur im Augenblick des Genusses. Die katholische Kirche lehrt, daß alles, was Brot zu Brot und Wein zu Wein macht, in Christi Leib und Blut verwandelt wird. Nach dieser Lehre bleibt Christus auch außerhalb des Genusses in den Hostien gegenwärtig. Deshalb werden sie im Tabernakel zur Anbetung und etwa zur Krankenkommunion aufbewahrt. Für Calvin bezeichnen die Gestalten nur für den Glaubenden die Verbindung mit Christus. Das 4. Laterankonzil von 1215 lehrt, daß nur der ordnungsgemäß geweihte Priester die Vollmacht besitzt, Eucharistie zu feiern, „und sonst niemand“. Die evangelische Kirche kennt keine Priesterweihe, sondern nur die Ordination, die nach katholischer Auffassung nicht dazu befähigt, Eucharistie zu feiern. Bis zur Reformation war sich die gesamte Christenheit in diesem Glauben einig. Auch nach der Reformation halten Katholiken, Orthodoxe, Anglikaner und Altkatholiken hieran fest, wenngleich sie uneins sind, welches die wahre Kirche Christi sei.

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