Neubau von Moscheen einschränken?

Moscheebauten sind korrekt ausgedrückt immer isla mische Kulturzentren, das heißt keine reinen Gebetsstätten, sondern Orte, an denen auch viel Politik gemacht wird. Zudem sind angegliederte muslimische Schülerzentren, Koranschulen und muslimische Knabeninternate Zeichen der Abschottung und Segregation und behindern die Integration ebenso wie vom Ausland gesteuerte Vorbeter, die weder Deutsch sprechen noch integratives Gedankengut vermitteln. Orientalische Moscheebauten sind zudem islamische Machtsymbole. Für die Ausübung des Glaubens sind sie nicht notwendig. Sie sind oft überdimensioniert, ihre Finanzierung bleibt zumeist obskur, sie entsprechen nicht dem hiesigen Baustil und können die einheimische Bevölkerung provozieren. Niemand käme zum Beispiel auf die Idee – wenn überhaupt möglich -, in Istanbul neben der Hagia Sofia für die wenigen Christen dort eine Kirche vom Ausmaß des Kölner Doms zu errichten. Dies wäre eine unnötige Provokation der dortigen Bevölkerung. Muslimische Gebetsräume, die in ihrer Größe der Zahl der Moslems am jeweiligen Ort angemessen sind und nur religiösen Zwecken dienen, finden durchaus unsere Zustimmung, nicht aber Minarette oder gar der Muezzinruf, der die negative Religionsfreiheit einschränkt. Verzichtet werden sollte auch auf Lautsprecher, diese sind nirgendwo im Koran erwähnt. Moscheen beziehungsweise islamische Kulturzentren kosten sehr viel Geld und behindern die dringend gebotene Integration der hier lebenden Muslime. Wesentlich sinnvoller wäre, diese Finanzmittel gerade in Zeiten leerer öffentlicher Kassen für Deutschkurse und die Berufsausbildung insbesondere der jungen muslimischen Bevölkerung sowie zum Beispiel für gemeinsame Kindergärten einzusetzen. Helmut Sporer ist Mitglied des „Bürgerforums Wertingen“ gegen den dortigen Moscheebau. Wir können die 3,3 Millionen Muslime in unserem Land nicht einfach wegdenken. Sie werden bleiben, und es werden immer mehr werden. Unter ihnen sind zahlreiche Deutschstämmige, und sehr viele, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Sie haben ein Recht auf freie Religionsausübung. Dazu gehört, daß sie ihre Gottesdienste in einer würdevollen Umgebung abhalten können. Und unter den Augen der nicht-islamischen Öffentlichkeit. Zu Moscheen umfunktionierte Räume in Hinterhöfen fördern weder die Integration noch dienen sie dazu, das „Feindbild Islam“ auszumerzen. Moschee-Bauten indes dienen der Transparenz, sie signalisieren Offenheit, Kommunikation. Und dienen damit der Integration. Andererseits: Wenn wir Muslime dazu zwingen wollen, sich im Dunstkreis schäbiger Gebäude aufzuhalten, fördert das den Unwillen mancher Muslime, sich konstruktiv mit unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Daraus könnte Militanz erwachsen und ein Erstarken des Islamismus als jener Form des Islams, die sich weigert, die Grundprinzipien des Korans (wie Religionsfreiheit, Toleranz, Achtung der Menschenwürde, Liebe zum Mitmenschen welcher Religion auch immer) zu akzeptieren und in die Tat umzusetzen. Mit der Errichtung von Moschee-Bauten indes würde die Angst vor dem Islam als Fremdkörper in unserem Lande sinken und die Besinnung darauf, daß unsere abendländische Kultur sehr viel vom Islam gelernt hat, zunehmen. Der Muslim wäre als Mensch präsent, der auch in seinen gottesdienstlichen Handlungen und nicht nur als Kebap-Verkäufer ein angstfreies Klima sichern könnte. Der Alte Fritz hat einmal gesagt: Wenn denn die Türken in unserem Land siedeln wollten, dann würden wir ihnen Moscheen bauen. Er wußte, daß eine intakte, überschaubare Infrastruktur von Andersgläubigen dem Frieden im Lande dient. Hadayatullah Hübsch ist Imam, Schriftsteller und Pressesprecher der Amadiyya Muslim Gemeinde Deutschland e.V.

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