Konzertierter Terror

Just zum Zeitpunkt, da sich die amerikanische Regierung – offenbar etwas voreilig – ob ihrer Erfolge im Kampf gegen al-Qaida und den islamischen Fundamentalismus mit Selbstlob beweihräucherte, wurden Allahs Partisanen wieder aktiv. Diesmal traten allerdings erhöhte organisatorische Kapazitäten zutage. In einer offenbar konzertierten Aktion schlugen sie nahezu simultan zu: vom saudi-arabischen Riad über Hebron, Jerusalem und Afula bis ins marrokanische Casablanca. Der neue militärische Führer von al-Qaida, Saif al Adel, ein ehemaliger Leibwächter Osama bin Ladens, und mit ihm die gesamte Führung der „zweiten Generation“ scheinen in größeren geographischen Dimensionen zu denken als bin Laden selbst. Westliche Nachrichtendienste behaupten, diese neue Führung operiere völlig unabhängig von den alten Spitzen. Bin Laden, der zum lebenden Mythos aufgerückte Erzterrorist, und seine rechte Hand, der ägyptische Arzt Ayman al Zawahiri, scheinen von den Nachwuchsterroristen in den Hintergrund gedrängt worden zu sein. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hat im Frühjahr diesen Jahres die Befürchtung geäußert, der Irak-Krieg könnte den fundamentalistischen Terrorismus vervielfachen. Nun wohl: Der Terror der Menschen, die mit dem Ruf „Allahu Akbar!“ („Gott ist groß!“) in den Tod gehen, wird sich mit oder ohne weitere amerikanische Kriege vervielfältigen, und er wird weltweit konzertierter vorgehen, weil der geflutete Haß gegen all diejenigen, die nicht rechtgläubig sind, zu unseren Lebzeiten wohl kein Ende mehr finden wird

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