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Altersvorsorge

Die Masseneinwanderung allein, so meint der Vorsitzende der britischen Rentenkommission Adair Turner, werde die demographisch bedingten Probleme Europas nicht lösen können. Lege man nämlich Berechnungen der UNO zugrunde, müßte die Bevölkerung des alten Kontinents bis zum Jahr 2050 von derzeit 372 Millionen auf 1,2 Milliarden Menschen wachsen, um die Sozialversicherungssysteme in ihrer bestehenden Form aufrechtzuerhalten. Selbst wenn man von den Schwierigkeiten einer Integration so vieler Immigranten in die Bürgergesellschaft einmal absähe, berge ein derartiger Zustrom schließlich auch Gefahren für die Umwelt und damit für die Lebensqualität aller Einwohner. Noch mehr Autos und noch mehr Industrieproduktion würden sich ökologisch bedenklich auswirken, und im übrigen empfinde so mancher schon heute Europa als recht dicht besiedelt. Obwohl die Vision eines Binnenmarktes, der mehr als dreimal so groß wie der US-amerikanische wäre, für Investoren natürlich paradiesisch klingt, ist Turner wahrscheinlich leider zuzustimmen. Er hat aber kein Plädoyer gegen die Einwanderung gehalten, sondern nur ihre Grenzen aufgezeigt, hat daran erinnert, daß man auch hier Realist bleiben muß. Was eigentlich vernünftig wäre, ist eben oft nicht ohne weiteres durchsetzbar. Wir bräuchten zum Beispiel in Deutschland eigentlich eine Netto-Einwanderung von 500.000 Menschen pro Jahr. Wir kommen aber aktuell gerade einmal auf 235.000. Soll man deshalb unzufrieden sein? Das wäre arg puristisch gedacht. Noch vor einem Vierteljahrhundert hätte es niemand zu träumen gewagt, daß die „schweigende Mehrheit“ der Deutschen so unkompliziert und so unaufgeregt mit dem heute erreichten Zustrom „Fremder“ umzugehen wüßte. Wer will es ausschließen, daß sie sich peu à peu noch an ganz andere Dimensionen der Einwanderung gewöhnen kann? Je älter die Autochthonen dieses Landes im Durchschnitt werden, desto eher dürften sie doch wohl erkennen, daß ihnen die Abstammung jener, die für ihren angenehmen Lebensabend sorgen, letztlich ganz gleichgültig sein darf. Man wird lediglich darauf achten müssen, daß die Neu-Bürger jung, belastbar sowie gut und möglichst auf fremde Kosten ausgebildet sind. Die Einwanderung wird uns einen Teil unserer Zukunftssorgen nehmen können, aber eben nur einen Teil. Immigranten lohnen sich nur dann, wenn man ihnen auch eine Arbeit bietet. An dieser mangelt es jedoch oft schon heute. Solange die Lohnkosten in ihrer neuen Heimat höher als in ihrer alten sind, ist ihre Migration, weltökonomisch betrachtet, reine Ressourcenverschwendung. In der globalen Ökonomie ist es sehr wohl möglich, daß der Wohlstand in einem Teil erwirtschaftet und in einem anderen aufgezehrt wird. Man muß bloß dafür sorgen, daß diese Aufgabenteilung notfalls mit weltpolizeilichen Mitteln garantiert bleibt. Die Militarisierung der europäischen Außenpolitik ist in diesem Sinne eine mindestens so gute Altersvorsorge wie die Einwanderung.

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