Sturm im Wasserglas

Nach den Pannen im NPD-Verbotsverfahren sind jetzt erneut Anzeichen einer breiten Kampagne „gegen Rechts“ zu spüren. Vergangene Woche griff die Süddeutsche Zeitung CSU-General Thomas Goppel an. Man habe ihn als Förderer eines rechtskonservativen Netzwerks „enttarnt“, jubelte das Blatt und kochte eine seit Jahren bekannte Schirmherrschaft beim konservativen „Verband für Publizistik“ auf. Dessen Zeitschrift Epoche, ein informatives und kämpferisches Periodikum, wurde zur finsteren Rechtspostille abgestempelt. In dieser Manier werden auch Autoren und Interviewpartner der JUNGEN FREIHEIT in ein schiefes Licht gerückt. Es wird der Öffentlichkeit suggeriert, Vertreter von Union, FDP und Schill-Partei bewegten sich in einer extremistischen Halbwelt und hegten dunkle Absichten. Ob die Kampagne im Sinne ihrer Erfinder Erfolg hat, hängt vor allem von der Reaktion der Union ab: Wird sie weich, knickt sie ein, bedauert sie weinerlich ihre „Fehltritte“, werden die linken Bluthunde erst recht nicht lockerlassen und ihre Opfer hetzen, bis sie erlegt sind. Daß es auch anders geht, bewies 1998 Jörg Schönbohm. Brandenburgs Innenminister und CDU-Chef hatte der JF ein großes Interview zum Thema „nationale Identität“ gegeben, das die Berliner Linke in Rage brachte. Schönbohm blieb gelassen: Er wisse wohl, daß die JF eine rechte Zeitung sei, doch das sei nichts Verwerfliches. Damit war die Sache erledigt, und der angekündigte Sturm fand nur im Wasserglas statt.

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