Asylsuchende kommen in München an
Asylsuchende 2015 in München Foto: picture alliance/dpa
Vorwürfe gegen EU

Uno-Flüchtlingskommissar lobt Merkels Asylpolitik

NEW YORK. Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, hat die Europäische Union für ihre zu zögerliche Aufnahme von Asylbewerbern kritisiert. „Die Furcht vieler Politiker vor der Flüchtlingsfrage ist inzwischen vollkommen unverhältnismäßig. Angela Merkel scheint mir diejenige zu sein, die noch am ehesten mit gesundem Menschenverstand agiert“, sagte er am Dienstag dem Spiegel.

Selbst Uganda sei bei der Flüchtlingsaufnahme fähiger als die EU. „Einem der reichsten Flecken auf der Erde gelingt es nicht, sich zusammenzureißen. Langsam verliere ich die Geduld“, beklagte Grandi.

Grandi hofft auf zehn Milliarde Euro für Flüchtlinge

Die EU müsse sich zudem auf mehr Asylbewerber einstellen, weil die Armut infolge der Corona-Krise eine Wirtschaftskrise in den syrischen Nachbarstaaten ausgelöst habe. Gemäß einiger Hilfsorganisationen hätten viele Menschen nicht genug zu essen. Laut Grandi könne das zu einem Push-Faktor für Migration nach Europa werden.

Er erhoffe sich von der Syrien-Konferenz finanzielle Hilfe für die UN in Höhe von zehn Milliarden Euro, die Flüchtlingen zugutekommen soll. Falls dieser Asyl- und Migrationspaket jedoch scheitere, wisse er nicht, was die EU noch tun könne, um ihren Job zu machen. (zit)

Asylsuchende 2015 in München Foto: picture alliance/dpa

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