Gleichstellungsbeauftragte

Vorerst kein Leitfaden zur Gender-Sprache an Hamburger Uni

HAMBURG. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hamburg, Angelika Paschke-Kratzin, ist mit ihrem Vorstoß nach einem Leitfaden zu gendergerechter Sprache zunächst gescheitert. Es sei „staatlichen Stellen nicht gestattet“, von Beschlüssen des Hamburger Senats abzuweichen, sagte Hochschulpräsident Dieter Lenzen laut einem Bericht der taz.

Es seien immer wieder Mitarbeiter mit der Bitte um Hilfe zu gendergerechten Formulierungen gekommen, rechtfertigte Paschke-Kratzin die Empfehlung für „inklusive“ Anredeformen. „Es ist ein Gebot der Höflichkeit und des respektvollen Umgangs, daß alle Menschen in die Sprache integriert werden“, findet Paschke-Kratzin auch mit Blick auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2017 zum dritten Geschlecht.

Derzeit prüft der Senat neue Formulierungen. „Ziel ist es, auch für Hamburg eine neue Empfehlung auszusprechen“, sagte die Sprecherin der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Julia Offen. Andere Städte wie Hannover haben bereits gendersensible Formulierungen als „Empfehlung für geschlechtergerechte Verwaltungsspreche“ beschlossen, um damit der „Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung“ zu tragen. Auch die drittgrößte Stadt Bayerns, Augsburg, hatte zuletzt einen „geschlechtersensiblen Sprachgebrauch“ eingeführt. (tb)

Gender-Sprache im Verwaltungsdeutsch (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild

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