BERLIN. Mit Beginn des Jahres 2026 sind die Füllstände der deutschen Gasspeicher auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erfassung vor 15 Jahren gefallen. Laut des Verbandes der europäischen Gasinfrastrukturbetreiber (GIE), befanden sich in ihnen am 5. Januar nur noch 53 Prozent der maximalen Menge. Normalerweise liegen die Füllstände Anfang Januar bei mehr als 70 Prozent.
Die Bundesnetzagentur betont in ihrem aktuellen Lagebericht, die Gasversorgung sei stabil. „Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein“, schreibt sie. Gasmengen könnten über Pipelines – vor allem aus Norwegen – sowie über die fünf deutschen LNG-Terminals importiert werden. Zudem verfüge Deutschland über weitere Importmöglichkeiten über Frankreich und Belgien.
Aber: Die von dem Grünen-Politiker Klaus Müller geführte Behörde ruft gleichzeitig zum sparsamen Gasverbrauch auf. Das bleibe „dennoch wichtig“, da aufgrund der europäischen Importabhängigkeit bei Erdgas „immer Risiken verbleiben“. Sie warnt auch, der Gasverbrauch sei in der letzten Woche des abgelaufenen Jahres deutlich über die Vorjahreswerte gestiegen.
Tag der Gas-Wahrheit ist der 1. Februar
Zu diesem Zeitpunkt begann in Deutschland die Kältewelle, die in weiten Teilen des Landes andauert, sich verschärft hat und am Wochenende mit zum Teil vorausgesagten minus 20 Grad einen vorläufigen Höhepunkt erreichen wird. Aber auch in der kommenden Woche sollen die Temperaturen im Frostbereich bleiben.
Der nächste wichtige Termin ist der 1. Februar. An diesem Tag muß der Füllstand laut der Gasspeicherfüllstandsverordnung der Bundesregierung bei 30 Prozent für alle Speicheranlagen und bei 40 Prozent für die vier bayerischen Speicher Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg liegen.

Aktuell liegt die Bundesrepublik mit seinen 53 Prozent Füllstand unter dem europäischen Durchschnitt von 59 Prozent. In Polen, wo es aktuell ebenfalls sehr kalt ist, sind die Speicher noch zu 80 Prozent gefüllt, weil vor dem Winter größere Reserven angeschafft wurden.
Der Zusammenschluß der deutschen Speicherbetreiber, die Initiative Energien Speichern (INES), hatte aufgrund der relativen geringen Füllstände – die JF berichtete – bereits im November gewarnt, daß es bei einem außergewöhnlich kalten Januar zu Engpässen kommen könnte – auch durch den höheren Gasverbrauch der vorigen vier Monate. (fh)





