Desinformation gegen Klimahysterie

In Fernsehgesprächsrunden tritt gern Fred Singer auf, der behauptet, daß der globale Klimawandel kein Grund zur Besorgnis sei. Der Potsdamer Klimafolgenforscher Stefan Rahmstorf weist in seinem Internetbeitrag „Alles nur Klimahysterie?“ darauf hin, daß der US-Physiker sich schon vor 15 Jahren entsprechend äußerte. Nur ein Detail habe sich geändert: „Bis vor zwei Jahren behauptete Singer, es gäbe gar keine globale Erwärmung, Satellitendaten würden das beweisen. Inzwischen ist diese Argumentationslinie allzu unglaubwürdig geworden (Satelliten zeigen die gleiche Erwärmung wie Bodenstationen).“ Singers neues Buch heißt „Unstoppable Global Warming Every 1500 Years“, hiernach wird es jetzt zwar wärmer, aber der Mensch sei nicht verantwortlich dafür. Zuvor bestritt Singer, so Rahmstorf, den Zusammenhang zwischen den FCKW-Emissionen und dem Ozonloch. Und früher sei er auf seiten der Tabakindustrie an einer Expertise beteiligt gewesen, wonach Passivrauchen unschädlich sei. Nach einer Studie der Union of Concerned Scientists arbeitet Singer seit Jahren für durch Exxon und andere Firmen finanzierte Organisationen wie das Science and Environmental Policy Project (SEPP), deren Geschäft derartige Desinformation sei. Und der Journalist Dirk Maxeiner? Der arbeite suggestiv und schrecke vor objektiv falschen Aussagen nicht zurück, wenn er schreibe: „Der beobachtete globale Erwärmungstrend … bewegt sich … seit drei Jahrzehnten im unteren Bereich der von Klimamodellen für die Zukunft prognostizierten Werte.“ Wahr sei, daß der Erwärmungstrend sich im oberen Bereich der angenommenen Szenarien bewege, so Rahms­torf. Der Laie ist nun ratlos, aber leicht sollte man es sich auch als Journalist nicht machen.

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