Ballern ohne Blei

Die Jagd gerät in unserer Gesellschaft zusehends in die böse Ecke. Immer wieder werden Jäger als blutrünstige „Bambikiller“ dargestellt, die ihre perversen Tötungsphantasien an unschuldigen Tieren ausleben. Natürlich gibt es leider auch diesen Typ Jäger, wie es auch prügelnde Hausfrauen gibt. Das Zerrbild kommt zustande, weil der überwiegende Teil der Menschen kaum noch einen Wald von innen kennt oder weiß, welche Funktion die Jagd für das ökologische Gleichgewicht hat. Trotzdem gibt es Probleme, die nicht sein müssen, wie etwa die Schäden durch Bleischrot. Anläßlich aktueller Studien des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (IWZ), die auf eine hohe Zahl an Bleivergiftungen verendeter Seeadler hinweisen, fordert der Nordrheinwestfälische Naturschutzbund Deutschland (Nabu-NRW) die Ausweitung des Bleischrot-Verbotes auf die gesamte Jagd in dem Bundesland. „NRW hat mit seinem Verbot von Bleischrot bei der Jagd auf Wasservögel an Gewässern bundesweit ein wegweisendes Signal gesetzt, um aber schwerwiegende Schädigungen wildlebender Tiere und langfristige Beeinträchtigungen der Umwelt zu vermeiden, ist ein vollständiges Verbot absolut erforderlich“, erklärt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu-NRW. Und fügte hinzu: Daß jährlich zahlreiche Tiere an Bleivergiftungen verenden, sei nicht länger hinnehmbar. Die Alternative, die hier angedeutet wird, heißt Stahlschrot und hat natürlich auch ihre Nachteile. Vor allem für die Gewehrläufe ist der harte Stahl im Gegensatz zum weichen Blei gar nicht gut, aber angesichts der zig Tonnen Blei, die im Laufe der Jahre in die Natur geballert werden, ist eine Umstellung überfällig.

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