Maue Gefühle bei Maut-Systemen

Zum Start des neuen Maut-Systems in Österreich hat die Grazer Firma Efkon AG, Technologielieferant für das deutsche Maut-Erfassungsverfahren, die Deutschen vor einer Übernahme der österreichischen Technik gewarnt. Während in Österreich die Fahrstrecken der Autos mit Mikrowellensendern erfaßt werden, basiert das deutsche Maut-System auf einer Mischung aus Infrarot- und Satelliten-Technik. Nach Überwindung der Kinderkrankheiten sei dies das modernste und beste der Welt, meint Efkon-Chef Helmut Rieder. Das österreichische Mikrowellensystem sei dagegen „diskriminierend und illegal“, so die österreichische Siemens-Tochter Efkon. Deshalb erfolgte kurzerhand Anzeige gegen den österreichischen Maut-Betreiber Europass und dessen Zulieferer Kapsch TrafficCom, ebenfalls in Österreich ansässig. Die Mikrowellen zur Datenerfassung könnten zur Wärme- und Kältedämmung metallisierte Kfz-Frontscheiben nur unzureichend durchdringen und setzten bis zu 20 Prozent der Lkw- und Bus-Fahrer der Gefahr aus, wegen Nichterfassung zu „Maut-Prellern degradiert“ und strafrechtlich belangt zu werden, so Kritiker Rieder. In Deutschland ist eine Mikrowellen-Anlage beim Rostocker Warnow-Tunnel in Betrieb. Deren technischer Leiter, Peter Bartsch, hat bereits bestätigt, daß es bei einigen Pkw-Modellen der Marke Audi und Mercedes Probleme gäbe, weil dort das nötige metallfreie Feld in der Frontscheibe fehle. Allerdings machten diese nur einen „verschwindend geringen Anteil“ aus. Das läßt sich ändern, denn die Devise muß jetzt doch lauten: vor der Fahrt nach Österreich die Automarke wechseln oder metallisierte Frontscheiben einbauen! Schon, um sich nicht von den Mikrowellen garen zu lassen.

Ahriman Verlag
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles