Deutschland gemeinsam entdecken

Reisen – so die Feststellung – ist die angenehmste Art, Bekanntschaften zu schließen. Das trifft in vielfacher Weise zu: Die Reiseroute, das Fahrtziel und die begleitende Reisegesellschaft bieten neue, mitunter überraschende, oftmals bereichernde An- und Einsichten. Erlebnisse, für die man nicht in den Süden fliegen muß, die auch hier, im eigenen Land, möglich sind.

Die Küstenregionen im Norden, die Mittel- und Hochgebirge im Süden, die Kulturlandschaften im Westen und Osten, und natürlich die Mitte Deutschlands nicht zu vergessen, locken mit faszinierenden Zielen. Dabei liegt der Reiz nicht in einem Ort allein, sondern in dessen Einbettung in den umgebenden Naturraum, in historische, kultur- und kunstgeschichtliche Zusammenhänge. Seit einem Jahrzehnt haben wir uns bei Viatores-Zeitreisen auf derartige Studienreisen spezialisiert.

Gemeinsam mit der JUNGEN FREIHEIT haben wir Anfang 2009 ein Studienreiseprogramm exklusiv für JF-Leser entwickelt, das zu bedeutenden Orten deutscher Geschichte, zu herausragenden Zeugnissen nationaler Kunstgeschichte und zu Stätten führt, die durch Persönlichkeiten der deutschen Geschichte geprägt wurden. An diesen Reisen werden ausschließlich JF-Leser teilnehmen. Die Beteiligung von Autoren und Redakteuren der JUNGEN FREIHEIT ist ebenfalls geplant.

Den Auftakt für unser Studienreiseprogramm bilden in diesem Jahr vier Mehrtagesfahrten. Am Beginn steht vom 30. Juni bis zum 4. Juli eine Entdeckungstour durch die frühere Markgrafschaft Meißen, aus der das spätere Kurfürstentum Sachsen und damit der heutige Freistaat hervorgegangen ist. Abseits der gängigen touristischen Wege und Routen ist der Ausgangspunkt dieser Studienfahrt die Bergstadt Freiberg. Ohne das Berggeschrei, das 1160 durch die ersten legendären Silberfunde hier am Nordrand des Erzgebirges aufkam, wäre wohl kaum von Sachsens Glanz zu berichten.

Diesen Glanz wird die JF-Reisegruppe bereits am ersten Tag bewundern, wenn im Freiberger Dom die weltberühmte romanische Porta Aurea – die Goldene Pforte – , die faszinierende Tulpenkanzel und die große Silbermann-Orgel zu erleben ist.

Der zweite Tag führt zu den Wurzeln des sächsischen Reichtums. Eine Befahrung der „Reichen Zeche“ gewährt in der Tiefe des Berges Einblicke in den mittelalterlichen Silber- und in den neuzeitlichen Erzbergbau. Die mineralogische Vielfalt, die unglaubliche Schönheit verschiedenartigster Kristalle und Erzstufen zeigt danach der Besuch der in ihrer Art einmaligen Ausstellung „terra mineralia“.

Der dritte Tag ist dem Inbegriff des sächsischen Glanzes gewidmet – der ehemaligen Residenzstadt Dresden mit ihren barocken Prachtbauten. Das Historische Grüne Gewölbe und das Neue Grüne Gewölbe bilden dabei wichtige Höhepunkte. Nicht minder interessant sind die unterirdischen Anlagen der Festung Dresden, in denen auch der „Geburtsort“ des europäischen Hartporzellans zu finden ist.

Mit ihm verbindet sich heute der Name Meißen, die Stadt, die am vierten Tag unser Reiseziel ist, das auf dem Wasserweg erreicht wird. Nach einer Fahrt mit einem der historischen Seitenraddampfer der Dresdner Dampfschiffahrtsgesellschaft führt die Reise zunächst zum hochgotischen Dom und zu der bereits im 10. Jahrhundert entstandenen Al-brechtsburg. Für den Nachmittag und den frühen Abend ist ein Aufenthalt in Moritzburg mit der Besichtigung des barocken Jagdschlosses vorgesehen.

Am letzten Tag der Studienreise steht ein Besuch des ehemaligen Zisterzienserklosters Altzelle und des Schlosses Hubertusburg auf unserem Reiseprogramm. Die mittelalterliche Klosteranlage gilt nicht nur als die größte ihrer Art in Sachsen, in ihr lassen sich auch herausragende Beispiele romanischer Backsteinarchitektur und eine der frühen wettinischen Grablegen bewundern. Das Schloß Hubertusburg bildet gleichermaßen das Ende des sächsischen Glanzes und der Reise. Hier wurde 1763 mit dem Frieden von Hubertusburg der Siebenjährige Krieg beendet, der Sachsen schwer in Mitleidenschaft gezogen und zum Verblassen seines Glanzes geführt hatte.

Die zweite Studienreise, die am 4. August beginnt und bis zum 9. August dauert, ist ebenfalls einer historischen Region gewidmet. Zielort ist das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Welch eine Landschaft! Die Auen der Elbe und Mulde wechseln mit einzigartigen Parks ab. Kanäle verbinden kleine und größere Seen miteinander, schaffen „Sichtachsen“, für die der Wörlitzer Park berühmt ist. Um diesen Teil des Gartenreiches zu erleben, haben wir zwei Reisetage vorgesehen. Besonders reizvoll dabei ist eine abendliche Gondelfahrt auf den Seen und Kanälen. Nicht minder erlebnisreich sind die Park- und Schloßanlagen des Dessauer Georgiums und des Lusiums.

Ein Hauch ganz großer anhaltinischer Geschichte ist im Schloß Mosigkau zu erleben. Nicht allein die in barocker Manier gehängte Gemäldesammlung, schon ein Kuriosum an sich, lenkt das Interesse auf diesen Ort. Hier begegnet man auch dem Wirken des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, bekannt als „Alter Dessauer“, ohne den das preußische Schlachtenglück nicht denkbar ist. Wie kaum ein anderer Landesherr hat er die Geschicke in Anhalt-Dessau geprägt.

Doch nicht nur in seiner Residenz hat der „Alte Dessauer“ Spuren hinterlassen. Als Gouverneur der Festung Magdeburg war er mit dem Ausbau der größten preußischen Binnenfestung befaßt. Für uns Grund genug, den noch erhaltenen Festungsteilen einen Besuch abzustatten und bei der Fahrt von Dessau nach Magdeburg in Dornburg einen Zwischenstopp einzulegen.

Mit diesem prächtigen Barockschloß ist nicht nur die Geschichte des Fürstenhauses von Anhalt-Zerbst, sondern auch das der russischen Zarin Katharina II. verbunden, die aus diesem Adelsgeschlecht stammte. Die Verbindung zum niederländischen Königshaus und den Anhaltinern wird spätestens bei der Besichtigung der Stadt und des Schlosses Oranienbaum deutlich. Der Aufenthalt im Dessau-Wörlitzer Gartenreich wäre indes nicht komplett, wenn Hugo Junkers und das Bauhaus unerwähnt blieben. Beidem ist ein Reisetag gewidmet, bei dem der Besuch des Bauhauses und der Meisterhäuser, ein Mittagessen im „Kornhaus“ – einer originalen Bauhaus-Gaststätte – und eine Besichtigung des Technikmuseums „Hugo Junkers“ mit einer legendären Ju 52 auf dem Programm steht.

Die dritte Studienreise vom 8. bis zum 12. September ist dem Thema „Ohne Gloria und Pickelhaube – Was wir Preußen wirklich verdanken: Kultur und Kunst in Brandenburg-Preußen 18./19. Jh“ gewidmet. Über den Inhalt und den Verlauf dieser Fahrt werden wir in Kürze genau so umfangreich informieren wie auch über die letzte Studienreise in diesem Jahr, die vom 20. bis zum 24. Oktober den „Spuren der Ottonen“ an Elbe, Saale und Unstrut folgt.

Anlaß für diese Reise sind die Ausstellung „Aufbruch in die Gotik – 800 Jahre Magdeburger Dom“ und die niedersächsische Landesausstellung in Braunschweig, die Kaiser Otto IV. gewidmet ist. Während dieser Reise werden auch die Domstädte Merseburg und Naumburg, das ehemalige Kloster Memleben (Sterbeort König Heinrich I. und Kaiser Otto I.), die Kaiserpfalz Tilleda und die Stiftskirche in Quedlinburg besucht.

Weiterführende Informationen und Anmeldeunterlagen für die JF-Studienreisen erhalten Sie bei Dr. Hans Joachim Kessler, Viatores-Zeitreisen, per Telefon: 03 43 48 / 545 88 oder per E-Post: drkessler@viatores.de

Foto: Kronentor in Dresden: Die barocken Prachtbauten sind der Inbegriff sächsischen Glanzes

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