Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Pümpeleien

Für die meisten ist es einfach dieses „rote Gummidings mit dem Holzstiel“. Für die anderen ist es ein Pümpel oder Pömpel, gern auch mal ein Plümpel oder Plömpel, Plömper oder Plümper. Wie das ominöse Dingens wirklich heißt (und wer es herstellt), scheint niemand zu wissen. In einem EU-Bericht soll vor vielen Jahren einmal diese Beschreibung des Gegenstandes festgehalten worden sein: „Ein Pümpel ist ein aus einem Holzstab bestehender Gegenstand, an dessen unterem Ende sich eine aus Gummi bestehende glockenförmige Auswölbung befindet, die durch mechanische Kraftausübung dergestalt eingedrückt werden kann, daß die in der Auswölbung befindliche Luft ruckartig auf einen Waschtisch-Abfluß einwirkt, so daß in dem Abflußrohr befindliche Fremdkörper und Verschlammungen hochgedrückt werden, um sodann entfernt werden zu können.“ Immerhin: Damit ist bürokratisch-exakt beschrieben, welches Problem die JF-Belegschaft vorige Woche zu lösen hatte. Weil das Wasser aus dem Handwaschbecken auf dem locus necessitatis der Männer partout nicht mehr abfließen wollte, mußte möglichst rasch dieses Dingens her. Schließlich nahm sich ein handwerklich geringfügig qualifizierter Redakteur der Sache an und beseitigte die Verstopfung in wenigen Minuten — und sparte dem Haus so eine teure Handwerkerstunde.

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