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„Hoffentlich bleibt das so“

Deutschland ein Fahnenmeer! Eine fröhliche Patriotismuswelle überrollt das Land, und der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler zeigt sich mehr als erschüttert: „Es reicht langsam. Es gibt ein ukrainisches Sprichwort, das heißt: ‚Wenn die Fahnen fliegen, ist der Verstand in der Trompete.'“ Eine Minderheitenposition? Die JF wollte wissen, was junge Erwachsene zu diesem Thema denken, und bekam Antwort aus vielen Bundesländern. Ich finde den positiven deutschen Patriotismus anläßlich der hiesiegen Fußball-WM 2006 einfach wunderbar, endlich überfällig, völlig normal und richtig! Auch nach der WM bleibt ein positiv einiges Deutschland in allen Herzen. Die jetzige Generation behält für immer ihr gutes unverkrampftes Deutschland-Bild durch diese positiven Erfahrungen der Fußball-WM, auch wenn tagtäglich von den mehrheitlich linkslastigen Lehrern eine grundsätzliche unnormale Anti-Haltung zu seinem eigenen Land in den Schulen für richtiger erklärt wird. Millionen von freiwillig gekauften Deutschland-Fahnen sind ein klares Bekenntnis, zu unserem geliebten Deutschland vorbehaltlos zu stehen. Natürlich vor, während und nach einer Fußball-WM. Kevin, 17 Jahre, aus Hamburg Wenn man möchte, könnte man sich über die vielen Fahnen freuen, nur habe ich ein Problem mit der Art, wie sich ein Großteil der Bevölkerung damit schmückt – als Schweißtücher, um die Hüften gebunden, daß sie im Dreck schlunzen. Und außerdem stellt sich mir die Frage, warum man in Deutschland seinen Stolz nur während einer Fußball-WM zum Ausdruck bringen kann. Ein Land kann doch seine Identität nicht über ein Fußballmannschaft suchen. Ich für meinen Teil neige daher sogar zu sagen: „Ich hänge meine Deutschlandfahne erst aus dem Fenster, wenn die Weltmeisterschaft vorbei ist!“ Denn ich bin nicht in erster Linie wegen unserer Fußballer stolz auf Deutschland sondern wegen des großen kulturellen Schatzes, der hier verborgen liegt. Gudrun, 18 Jahre, aus Berlin Hat man das öffentliche Stimmungs- bzw. Selbstbild der Deutschen bereits über einen längeren Zeitraum mit nachdrücklichem Interesse verfolgt, ist man schwer erstaunt über jenes, scheinbar plötzlich in Erscheinung tretende Ungezwungene, das in diesem großen Stil lange vermißt wurde und das dieses Land so dringend nötig hat, wirkt es doch solidarisch und identitätsstiftend. Für mich bedeutet es den Anfang vom Ende des in den Medien vorherrschenden 68er Geistes, der sich in der Verwunderung der Medienlandschaft über das neue Phänomen äußert. Zeigt sich diese doch ohnmächtig, den Stolz auf sein Land, zu dem der Großteil der Jugendlichen ein gesundes Verhältnis hat, mit den sonst üblichen politisch korrekten Moralpredigten abzuschmettern. Denn der Anlaß ist ein unverfängliches Fußballfest. Zumindest einmal in vier Jahren ist das einfache Volk der Souverän. Ob das positive Selbstbild nun aber auch auf die Repräsentanten des Staates überspringt, bleibt abzuwarten. Matthias, 24 Jahre, aus Baden-Württemberg Dem WM-Fieber bin ich natürlich wie all meine nun ehemaligen Klassenkameraden erlegen. Deutschlandfahnen schmücken Haus und Auto, die alltägliche Kleidung selbst besteht aus Schwarz-Rot-Gold. Auf der Fanmeile muß man als Jugendlicher aus Berlin sowieso gewesen sein, und sie würde niemanden enttäuschen. Das Gefühl, nach einem Sieg der Nationalelf singend jedem in die Arme fallen zu können, ist einfach nur erhebend und im nachhinein rührend zugleich. Wir sind eine Nation, ein Volk. In diesen Tagen merkt man das mehr denn je. Nörgler gibt es in meinem Umfeld gar nicht, alle stehen zu ihrem Vaterland, sind gar froh, dies endlich einmal unbefangen ausleben zu können. Stellt sich nur die bange Frage, ob es bei diesem Patriotismus auch nach der WM bleibt. Doch Hoffnung bleibt, denn die Fahnen sind eingekauft, und vielleicht kann unsere Nationalelf auch auf diesem Feld siegen. Philip, 19 Jahre, aus Berlin Da die Medien es schon lange soweit gebracht haben, daß sich die meisten Leute gar nicht mehr trauen irgend etwas „Deutsches“ als Zeichen ihres Stolzes zu tragen, weil sie ja gleich als Nazis hingestellt werden, denke ich, daß jetzt, wo die WM stattfindet und der Nationalstolz nicht schlechtgeredet werden kann, die Leute sich mal trauen, „Flagge“ zu zeigen. Aber nach der WM wird wieder alles sein wie vorher. Armes Deutschland. René, 30 Jahre, aus Niedersachsen Wer seine Begeisterung für das Vaterland einzig und allein davon abhängig macht, wie die Fußballelf bei einer Weltmeisterschaft spielt , der ist weder Patriot noch ernsthaft an Kultur und Geschichte des Landes interessiert. Felix, 17 Jahre, aus Nordrhein-Westfalen Der eigentlich selbstverständliche Patriotismus hat zur WM offenkundig eine Renaissance erlebt. So viele Fahnen an vielen Balkonen und Autos lassen vermuten, daß es dieses Bekenntnis zum eigenen Land schon viel länger bei dem Großteil der Menschen gibt. Bisher verdeckte man dies allerdings sorgsam, um ja nicht in den Ruch des Extremismus zu kommen, und sprach es – wenn überhaupt – nur im kleinen Kreis aus. Die WM bietet nun ein Ventil, seine Meinung offen zu äußern, ohne Gefahr zu laufen, „verdächtigt“ zu werden. Eine schöne Entwicklung, wenn es in Zukunft dazu führt, daß es auch ohne WM geht! Matthias, 22 Jahre, aus Nordrhein-Westfalen Ich glaube nicht, daß der derzeitige Patriotismus nach der WM bestehen bleibt. Meiner Meinung nach geht es dem größten Teil derer, die derzeit Fahnen schwingen, einzig und allein um Fußball. Genauso wie in der Bundesliga oder bei den Deutschen Meisterschaften die Fahnen der Fußballvereine geschwungen werden, wird bei der WM als Fan-Erkennungszeichen die Nationalflagge verwendet. Sobald die WM vorbei ist, werden die Fahnen wieder verschwinden. Das „Gefühl der Nation“ bezieht sich nicht auf unser deutsches Volk, sondern auf das Fußballvolk. Mich erinnert dieser WM-Wirbel doch sehr an „Brot und Spiele“. Wie kann ich Männern so hingebungsvoll zujubeln, die nichts leisten außer einem Ball hinterherzurennen? Und dabei noch Millionen verdienen? Carmen, 28 Jahre, aus Baden-Württemberg Wir können und müssen der Welt zeigen, daß wir stolz sind, deutsch zu sein, und dürfen uns nicht von der Politik beeinflussen lassen. Sebastian, 24 Jahre, aus Rheinland-Pfalz Mich persönlich hat die Patriotismuswelle sehr überrascht. Wer hätte gedacht, daß die sonst so vaterlandsfeindlichen Deutschen auch anders können? Daß gegen dieses neue Nationalgefühl ausgerechnet Bedenken aus Deutschlands Lehrerzimmern kommen, wundert mich als Schüler kaum, sehen sich viel Lehrer doch täglich in einem heiligen Krieg gegen das Vaterland. Die WM zeigt jedoch, daß eine breite Mehrheit anders denkt. Hoffentlich bleibt das so – auch über den 9. Juli hinaus! Matthias, 18 Jahre, aus Baden-Württemberg Die WM ist zwar „nur“ ein Fußballereignis, wo ich Flagge bekennen möchte und darf, aber das Phänomen Patriotismus in Deutschland ist für mich längst überfällig. Es gibt tausend gute Gründe, auf Deutschland stolz zu sein, und unser heutiger Fußball ist eben einer. Auch wenn nicht ich derjenige bin, der Weltmeister werden will und kann, so sind es aber wir. Wir Deutschen. So wie die Cariocas und Paulista ihre Helden feiern, feiere ich eben unsere. Ich bin Deutschland und war es schon immer. Zumindest ohne Scham. Sebastian, 27 Jahre, aus Hamburg Es ist ein sehr schönes Gefühl, in diesen Tagen auf Deutschlands Straßen so viele Nationalfahnen zu sehen. Sie sind Ausdruck einer tiefen Vaterlandsliebe, die bei den jungen Menschen vorhanden ist und nun aufgrund der herausragenden Leistungen der deutschen Fußballmannschaft für jedermann sichtbar wird. Diese sogenannte Patriotismuswelle wird sich nicht verflüchtigen, da die Vaterlandsliebe bei der Mehrheit der Menschen fest verwurzelt ist, wie es sich auch bei der friedlichen Revolution 1989 in der ehemaligen DDR erwiesen hat, als der Ruf erschallte: „Wir sind ein Volk!“ Es bleibt zu hoffen, daß wir eine solche patriotische Begeisterung auch jährlich zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, erleben und von unseren Politikern dazu aufgerufen wird! Alexander, 27 Jahre, aus Nordrhein-Westfalen Ich freue mich an dem derzeitigen Fahnenmeer, das sich täglich auf den Straßen und Plätzen in unserem Land beobachten läßt. Fast möchte ich daran glauben, daß es sich hierbei um ein wirkliches Bejahen unserer Nation handelt. Jedoch kann ich mich einer gewissen Skepsis nicht erwehren. Läßt sich Patriotismus auf das Schwenken unserer Fahne bei Fußballspielen reduzieren? Wird bei einem Ausscheiden unserer Nationalmannschaft die schon fast überschwengliche Patriotismuseuphorie erhalten bleiben, oder droht nicht die Gefahr, daß sie ins krasse Gegenteil umschlägt? Beziehungsweise warum bedürfen wir Deutschen eigentlich Anlässe, wie die einer Fußball-WM, um unser Land zu lieben? Felix, 26 Jahre, aus Berlin Ich halte den „Neuen Patriotismus“ für eine Begleiterscheinung der WM. Viele Mitschüler, die ihr Auto oder Haus mit der Deutschland-Fahne schmücken, sind mir noch nie als Patrioten aufgefallen, und nach der WM werden sie die Fahnen schnell wieder entfernen. Zum echten Patriotismus gehört mehr als Fahnenschwenken und Schminke: Echter Patriotismus beinhaltet die Liebe zu Volk und Vaterland, den Glauben an christliche Werte, das Wissen um die (ungefälschte) deutsche Geschichte und das Erlernen und Anwenden der preußischen Tugenden. Vielleicht ist das Fahnenschwenken aber ein guter Anfang, um die höheren Gefilde des Patriotismus zu erreichen? Fabian, 20 Jahre, aus Baden-Württemberg Das Fahnenmeer ist mehr eine Sympathiebekundung zur Nationalmannschaft und zum Fußball als zur Nation und Geschichte. Von daher werden die meisten Fahnen nach dem „Event“ wohl wieder verschwinden. Die bekannten Ewiggestrigen und Mahnenden werden ihren Teil dazu beitragen und den gesundenden Nationalstolz wieder im Keim ersticken. Ben, 18 Jahre, aus Thüringen Stichwort: Schwarz-Rot-Gold Als Ursprung von Schwarz-Rot-Gold gilt gemeinhin die Uniform des Lützow’schen Freikorps aus den Befreiungskriegen 1813/ 1814: schwarzer Rock mit roten Aufschlägen und goldfarbenen Knöpfen. Daran anknüpfend wurde im Zuge der Gründung der Jenaer Urburschenschaft und des Wartburgfestes 1817 eine rot-schwarz-rote Fahne mit goldenem Eichenzweig und goldenen Fransen präsentiert. Schwarz-Rot-Gold wurde dann im Zug auf das Hambacher Schloß (1832) mitgeführt und gilt seitdem als Farbe des deutschen Einheits- und Freiheitsstrebens.

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