Beflaggung

Das Angriffsspiel der Deutschen scheint hoffnungsvoll, und auch unsere Redaktionsmannschaft hat sich in Teilen dem Geschehen der Fußball-WM bedingungslos unterworfen, unter anderem in Form einer Spielwette. Mit der Freiheit war es da nicht weit her. Kollegen, die nicht mitspielen wollten, wurde unversehens mangelnder Kameradschaftsgeist, fußballerisches Nichtwissen und fehlender Patriotismus attestiert. Eine Liste, die sich fast wie eine Aufreihung von Kündigungsgründen liest. So schlimm kommt es dann aber doch nicht. Farblich dominiert die Trias Schwarz-Rot-Gold derweil den gesamten Redaktionsbereich. Im Politikressort hängt eine Kette mit Wimpelfähnchen, und ebenso am Schreibtisch vom Kollegen Bäkermann, der noch letztens – am alten Rechner – auf einem Aufkleber mit dem Motto „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederhaben!“ kokettierte. Wer das Wagnis auf sich genommen hat, sämtliche WM-Spiele zu tippen und zwei Euro Wetteinsatz zu bezahlen, und am Ende sogar am nächsten dran ist – für den heißt es: wie gewonnen, so zerronnen. Denn der Gewinner muß für alle Beteiligten eine Runde schmeißen, so daß am Ende vermutlich ein Minus bleibt. Kommt uns dieses fiskalische Resultat nicht aus der Bundespolitik irgendwie bekannt vor? Christian Dorn

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