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Koptischer Generalbischof Damian: „Wir fürchten das Ende der Christen in Ägypten“

BERLIN/KAIRO. „Mehr als 100.000 Kopten haben Ägypten in den letzten zwei Jahren verlassen, zigtausend weitere sitzen auf gepackten Koffern, weil die neuen Machthaber das Ziel haben, Ägypten systematisch zu islamisieren“, erklärt Generalbischof Anba Damian, Kopf der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, im Interview mit der morgen erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Seit Beginn der islamischen Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert belaufe sich die Zahl der koptischen Opfer auf schätzungsweise über eine Million. Deshalb gelte die koptische Kirche heute als „Märtyrerkirche“, so Damian. Er hege die Angst, daß dem koptischen Christentum – ähnlich wie dem Urchristentum im Irak – die Auslöschung drohe. Der Generalbischof hofft allerdings darauf, daß die „gutherzigen und moderaten Muslime“, die gemeinsam mit den Kopten die Mehrheit der Ägypter stellen, die Islamisierung des Landes stoppen können – „weil unser Land nicht ins 7. Jahrhundert zurückfallen darf“, erklärt Damian.

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