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Migrationspolitik: Asylverfahren dauern immer länger

Migrationspolitik: Asylverfahren dauern immer länger

Migrationspolitik: Asylverfahren dauern immer länger

Asyl. Das Bundesamt für Migration (BAMF) benötige im vergangenen Jahr fast neun Monate, um einen Asylantrag zu bearbeiten. Das ist der höchste Wert seit 2017.
Asyl. Das Bundesamt für Migration (BAMF) benötige im vergangenen Jahr fast neun Monate, um einen Asylantrag zu bearbeiten. Das ist der höchste Wert seit 2017.
Asylbewerber vor einer Erstaufnahmeeinrichtung im hessischen Gießen: In der Schweiz werden nun die Handys kontrolliert. Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Migrationspolitik
 

Asylverfahren dauern immer länger

Bis Deutschland einen Asylantrag bearbeitet hat, vergehen mehrere Monate. 2024 stieg die Verfahrensdauer deutlich an. Welche Gründe nennt die Bundesregierung dafür?
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BERLIN. Asylverfahren in Deutschland haben im vergangenen Jahr so lange gedauert wie seit 2017 nicht mehr. Durchschnittlich vergingen 8,7 Monate, ehe das Bundesamt für Migration (BAMF) einen Antrag bearbeitet hatte, berichtet die dpa. Der Nachrichtenagentur liege eine entsprechende Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage einer Linken-Abgeordneten vor.

Demnach betrug die Bearbeitungszeit 2023 noch durchschnittlich 6,8 Monate. Die Bundesregierung erkläre die längere Verfahrensdauer damit, daß sich das BAMF aktuell verstärkt auf den „Rückstandsabbau von anhängigen Verfahren mit hoher Liegezeit“ fokussiere.

Drei Nationen müssen bei Asylverfahren lange warten

Gemeint seien damit vor allem Verfahren, die noch aus 2023 stammen, als die Zahl der Erstanträge bei rund 329.000 und damit um etwa 51 Prozent höher lag als 2022. Im vergangenen Jahr verzeichnete das BAMF hingegen einen Rückgang um zirka 30 Prozent auf etwa 230.000 Erstanträge. Nicht berücksichtigt seien in der Statistik sogenannte Widerrufsverfahren, die beispielsweise in Gang gesetzt werden, wenn sich die Lage im Herkunftsland grundlegend geändert hat.

Besonders lange auf ihren Asylbescheid warten mußten 2024 Antragsteller aus Togo, Gambia und Nigeria, heißt es in dem Bericht weiter. Die Bearbeitung habe jeweils mehr als 20 Monate in Anspruch genommen. Asylbewerber aus den Palästinensergebieten und dem Sudan hätten sich im Durchschnitt rund 15 Monate gedulden müssen. Ihre Anträge seien in aller Regel positiv beschieden worden.

In 960 abgeschlossenen Verfahren von Sudanesen gebe die Bundesregierung eine Schutzquote von 99 Prozent an. Bei den 433 Palästinensern sei in 82 Prozent der Fälle ein Schutz zuerkannt worden. (dh)

Asylbewerber vor einer Erstaufnahmeeinrichtung im hessischen Gießen: In der Schweiz werden nun die Handys kontrolliert. Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
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